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Diese Freude, die uns von einem Anderen kommt…
»In uns wache das Danken
wie die Blüte des Mandelbaums,
welche als erste von weitem schaut,
wie der Sommer kommt und die Ernte.«
In uns wache das Danken ein Stammeln unserer Dankbarkeit, Jauchzen im Innern oder Ausruf der Bewunderung ob der überschwänglichen Freigebigkeit Gottes, der uns noch und noch mit Wohltaten überhäuft, in dem wir »leben, weben und sind«. Barsanuph, der geistliche Vater der Gaza-Wüste, rät einem seiner Schüler: »Das Danken soll bei dir allem anderen vorausgehen«. Diese Wahl muss jeden Morgen neu getroffen werden. Das ist um so wichtiger, als sie der in unserer Gesellschaft heute so verbreiteten Einstellung entgegensteht, dass uns alles zusteht.
War das Danken nicht alles im Leben Christi, auch wenn es die Evangelien selten ausdrücklich erwähnen, das Herzstück seines Gebets, seiner Beziehung zum Vater, dem Ursprung aller Gaben? Bringt es nicht den verborgenen Elan seines Wesens zum Ausdruck, sich vom Vater zu empfangen und sich ihm in grenzenloser Hingabe zu schenken, bis hin in die dunkelste Nacht von Getsemani und bis hin zum Kreuz, um dann im Licht des Ostermorgens wiederaufzuleben?
Dem Danken des Sohnes, das in der Eucharistie seinen Höhepunkt findet, in uns Raum zu geben bedeutet, in jene Bewegung einzuschwingen, die uns in der Tiefe bestimmt und es uns ermöglicht, uns selbst und jeden Menschen als Gabe Gottes anzunehmen und uns ihm zu schenken. So weitet sich das Herz und blüht auf, es atmet durch und kann singen: »Alles ist von Ihm und durch Ihn und zu Ihm«.
Wir gedenken in diesem Jahr der ersten Professfeiern, denn am 9. November 1952 engagierte sich Mère Geneviève gemeinsam mit unseren ersten Schwestern durch ein Ja für das ganze Leben in einem Abenteuer des Glaubens. Wenn wir den zurückgelegten Weg betrachten, danken wir Gott für seine Barmherzigkeit und Treue über all die Jahre, für die Fruchtbarkeit des Samens, der vor jetzt 50 Jahren in die Erde gestreut wurde, für das Gebet und die Unterstützung so mancher Gemeinschaften, Pfarrer und Priester, von Freundinnen und Freunden, die uns weiterhin auf dem Weg begleiten.
In 50 Jahren hat sich so manches verändert. Frauen aus anderen Ländern, Kontinenten und Kulturen, aus Asien und Afrika, sind in die Kommunität gekommen. Doch Gott bleibt immer derselbe. Jesus sieht auf die Menschenmenge von heute, und er hat für sie denselben Blick wie gestern. Er fordert uns dazu auf, ihm unsere fünf Brote und zwei Fische zu bringen, um den Hunger derer zu stillen, die er zu uns schickt.
Wir sollen ganz einfach da sein, den lebendigen Christus loben, gemeinsam nahe an der Quelle bleiben und diejenigen, die verzweifeln oder die nach einem Sinn für ihr Leben suchen, oft ohne Worte auf sie hinweisen. Inmitten der Kirche und der notleidenden Welt sollen wir von der in Ihm immer angebotenen Gemeinschaft und vom Neuwerden des Lebens zeugen, das dank der Vergebung immer möglich ist. An uns liegt es, die Freude an der gemeinsamen Berufung zu feiern, das Geschenk des Zusammenseins anzunehmen und unseren geringen Möglichkeiten entsprechend ein Haus des Gebets für alle Völker zu sein, so wie es im Sommer während des Schwesternrates, als mehrere Servantes de lUnité hier waren, ebenso Julia, unsere Schwester aus Guatemala, Maria und Rita aus dem Libanon, Lallia, eine langjährige moslemische Freundin aus Algerien, und Dina, eine jüdische Frau aus Amerika.
Unser Dank in diesem Jubiläumsjahr umfasst in ein- und derselben Bewegung Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft; er erneuert in uns die Hingabe unseres Lebens und entfaltet sich im Loben dessen, was Gott für uns ist: Treue, Güte, Behutsamkeit und Mitleiden, Liebe ohne Mass. Der Auferstandene begleitet uns, er engagiert sich mit uns, schenkt uns, in schwierigen Phasen in Treue durchzuhalten. Er fordert uns auf, in dieser Welt des Todes das Leben zu wählen und uns auf die Dynamik unserer Engagements einzulassen. Sind nicht die drei monastischen Gelübde eine Form des Widerstands gegen den Geist der Welt? Dieser äussert sich in den drei grundlegenden Versuchungen, Wurzel aller Ideologien: immer mehr und zwar sofort besitzen wollen; die anderen an sich binden; herrschen. Ja, mehr noch, die Gelübde verpflichten uns auf einen Weg der Umkehr, auf eine Verwandlung alles Geschaffenen zuzuleben.
Den Schwesternrat für die Kommunität jedesmal ein wichtiges Innehalten wollten wir im Geist des Jubiläums leben, und wir haben für unser Zusammenleben in einer schwierigen Zeit Erneuerung erfahren. Uns sind Prüfungen in diesem Jahr nicht erspart geblieben, insbesondere der Tod zweier Schwestern, die im Alltag noch stark präsent gewesen waren: s.Heidi starb in der Pfingstzeit an einer schweren Krankheit, und vier Monate später, am Vorabend des Festes des Erzengels Michael und aller Engel, in der Stille der Eremitage, s.Myriam. Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten, heisst es im Psalm 126, den wir bei jeder Professfeier und in jedem Auferstehungs-gottesdienst singen. Saat unter Tränen, Geschick des Weizenkorns, das sterben muss, um Frucht zu bringen. Das Ostergeheimnis wird sichtbar und kündigt eine Wende an.
Die Prüfungen haben uns erschüttert und wir standen oft mit leeren Händen da, doch sie haben uns auch in dem Vertrauen bestärkt, dass die Kommunität wirklich Gottes Werk ist. Sie haben dem lange zuvor für den Schwesternrat gewählten Thema eine unerwartete Tiefe gegeben: »Die Freude, die uns von einem Anderen kommt«, die aus dem Glauben geboren wird, aus unserer Gemeinschaft mit dem Auferstandenen.
Konnte es für die Retraite des Schwesternrats ein besseres Thema als das des Glaubens geben? Frère François rief uns das Bonhoefferwort in Erinnerung: »Ich möchte glauben lernen«. Wir sind immer dabei, das zu tun, ergänzte er, nämlich zu lernen, im Glauben und aus dem Glauben zu leben, in einer immer wieder neu aufgenommenen Bewegung, welche »allein die ganz persönliche Beziehung zu Gott, zu Christus, wachsen lassen kann«. Dieser Glaube ist »alles« in unserem Leben, und doch »fast nichts«; insbesondere dort, wo wir dem Leiden begegnen. »Wir können den Glauben nicht leben ohne zu singen, ohne zu danken und zu loben«, weil er zutiefst »ein Schritt ist, der aus der Absichtslosigkeit entspringt«.
Doch können wir wirklich danken und uns freuen angesichts der grossen Leiden in einer Welt, in der unter den neuen Kriegsdrohungen die Unsicherheit wächst, in der Tausende auf den Strassen ins Exil umherirren, wenn das Böse uns am eigenen Leib berührt? In der unausweichlichen Prüfung gibt Gott keine Antwort auf unsere Warumfrage, aber er lässt sich selbst davon betreffen. In Jesus steigt er hinab in die Tiefe der Nacht, in die Hölle des Bösen, in den Abgrund des Leidens, und bahnt uns dort einen Weg. »Die Antwort auf all unsere Warumfragen, sagt s.Marguerite, ist nicht ein weil, sondern eine grössere Liebe«. Am Osterabend ist ein Unbekannter mit den beiden Jüngern von Emmaus unterwegs; er berührt sie da, wo sie mit ihren Tränen, Zweifeln und Fragen stehen. Ebenso macht Christus mit uns einen Weg, schenkt sich unserem Glauben, unserer Liebe, ohne jemals unsere Freiheit zu verletzen, um uns nach und nach für die Wirklichkeit der Auferstehung, für ein Leben ohne Ende, zu öffnen. Es kommt der Tag, an dem das Herz zu brennen beginnt, wenn es Seine Stimme hört; und Freude kommt auf.
Diese Freude kommt uns von einem Anderen, von der Gegenwart des Auferstandenen, der uns begleitet, der uns einlädt, in Ihm zu bleiben, wie Er in uns bleibt, mit Dankbarkeit zu empfangen, womit er uns erfüllt, und auch die unausweichlichen Prüfungen anzunehmen und mit Ihm und in Ihm das Tränental zu durchschreiten, um daraus einen Quellgrund zu machen. Keine oberflächliche Freude, sondern die Osterfreude, welche bis ins Leiden hinein bleibt, in der Gemeinschaft mit Christus, der uns so den anderen in ihrem Kampf näher bringt. Wagen wir es also, arm genug zu sein, um Ihn aufzunehmen! Ein Anderer hat schon das ganze Gewicht des Bösen auf sich genommen, das unsre Kräfte übersteigt.
»Meine Freude,
Christus ist auferstanden!«
Im Verlauf der Wochen und Monate…
Mitten im Alltag wollen wir all die kleinen und grossen Zeichen des Lebens, die Gott uns im Übermass schenkt, sehen und in dieser Haltung des Glaubens leben, von der frère François sprach. Auf geheimnisvolle Weise waren wir auf die schmerzlichen und schwierigen Wegstrecken, denen wir entgegengingen, durch die achttägige Retraite mit Dom André Louf im Februar und durch jene während des Schwesternrates vorbereitet. Wir hatten gemeint, dieses Jahr ginge die Zeit der Umstellungen zu Ende, doch dem war nicht so!
Wir wurden durch das Sterben von s.Heidi und s.Myriam erschüttert. Die Wechsel und Anpassungen in den Aufgaben kamen zu dem hinzu, was durch das anstehende Noviziatsjahr (welches die Rückkehr von s.Hannah und s.Birgit vom Sonnenhof und die Versetzung von s.Jutta und s.Elisabeth dorthin bedingte) an Veränderungen sowieso notwendig wurde. S.Hiltje hat die Verantwortung für das Alltagsleben in Grandchamp übernommen. Anfang November ist s.Hélène von Chalencon zurückgekehrt, um Grandchamp zu verstärken. Einige Schwestern hatten Probleme mit ihrer Gesundheit; s.Eva-Maria, s.Albertine, s.Anne-Marie und s.Minke mussten sogar ins Krankenhaus. Doch es fehlte uns weder an Hilfen Andreas hat Ende des Sommers sein Jahr als Freiwilliger von EIRENE beendet noch an Engeln! Wir sind glücklich, mit Schwestern anderer Kommunitäten unser Glaubens- und Gebetslebens zu teilen, und ihre Mithilfe bei der Arbeit hat uns oft erleichtert. S.Marie Albert der Oblates de lEucharistie war hier, s.Marthe-Elisabeth von Pomeyrol, s.Ursula Barthelmey, unsere Nachbarin, und s.Raffaëla von Bose. Sie ist jetzt in Ste Elisabeth, was ein grosses Geschenk für unsere Schwestern dort und auch für uns hier ist, da wir gegenwärtig keine weitere Schwester für Jerusalem freistellen können.
Eine Zeit der Entäusserung? Ja, und sie fordert Verzichte. Ein geprüfter Leib? Ja, aber Gott schafft Neues, und das bildet bereits Knospen! Wir hatten im Sommer drei Eintritte ins Postulat: Gesine, Katungu Eve-Evelyne und France. Die Schwestern des künftigen Noviziatsjahres entdeckten in der Osterwoche in Chalencon das Leben in einer Fraternität und begannen das Jahr im Oktober mit einer einwöchigen Retraite mit Karin Stahl. Die Novizinnen haben am intermonastischen Bibelkurs teilgenommen und andere Klöster kennengelernt. Sie verlebten einen Tag in Le Paquier, um die karmelitische Spiritualität zu vertiefen, einen anderen in der Maigrauge, um den Reichtum des zisterziensischen Lebens zu entdecken.
Empfang und unerwartete Begegnungen…
Neben dem Empfang der unterschiedlichsten Gruppen bieten wir verschiedene Formen von Retraiten an. S.Christel hat an Abenden über mehrere Wochen hinweg einen geistlichen Weg im Alltag angeboten und im Juli eine Wanderretraite geleitet. S.Irmtraud hat die Impulse für die Epiphaniasretraite gegeben, s.Françoise diejenigen für die Pfingstretraite, und über Ostern haben unsere Freunde Anne und Philippe Bécholey die Retraite gestaltet. Pfarrer Daniel Bourget, Prior des Dritt-Ordens der Veilleurs, hat bei uns zwei Retraiten gehalten: eine für die Servantes de lUnité, die ihr 40 jähriges Jubiläum gefeiert und eine neue Leitung gewählt haben, die andere für den Dritt-Orden der Einheit.
Grandchamp, eine kleine Parzelle im grossen Feld der Welt, ist manchmal unverhofft Ort der Begegnung für diejenigen, die hierher kommen. So war Yeheskel Landau völlig überrascht, im Juni hier auf zwei gute Freunde zu stossen, auf den Mohammedaner Mustapha und auf den Christen Tom. Solche Begegnungen sind wie ein Fingerzeig Gottes, wie »Heimsuchungen«… So erlebten wir auch unsere Begegnungen mit der Kleinen Schwester Marlene von Jesus aus Frankfurt, mit s.Marie-Chrystyna aus Polen, mit s.Hannah Kleinberger aus Jerusalem, s.Agapie von Beni Suf in Ägypten (von der koptischen Kirche)… und jedesmal wieder neu mit s.Marie-Joseph und f.Raphaël von Le Bec Hellouin, mit f.Thierry aus Irland, der zu seiner Retraite vor der Priesterweihe bei uns war, s.Luise vom Ordo Pacis, s.Bénédicte aus Versailles, f.Daniel von Bose, s.Marie-Samuel von Valognes…
Es gab ein bewegendes Wiedersehen mit Ruth und Loren Halverson von der Arc-Community (USA): wir fühlten uns ihnen tief verbunden und solidarisch mit ihrem Einsatz für den Frieden und in ihrer Ablehnung des Krieges.
Blickrichtung Afrika
Wir haben davon schon im letzten Jahr gesprochen, doch jetzt mit dem Kommen von Eve-Evelyne hat sich für den Leib, den wir als Gemeinschaft bilden, diese Öffnung auf Afrika hin noch ganz anders realisiert. Sie ist aus dem Kongo nach reichlich abenteuerlichen Erlebnissen hier angekommen! Wenn man sie ihre Geschichte seit Anfang der Neunzigerjahre erzählen hört, wo ihre Sehnsucht nach einem Leben im Gebet klarer wurde, kann man nur staunen, wie Gottes Hand auf ihrem Weg erkennbar ist!
Zwei Reisen in den Benin gab es in diesem Jahr: Evelyne Roulet und Maurice Bodinier reisten im Mai, Evelyne und s.Catherine im November. Der Präsident der Methodistischen Kirche im Benin, Pfarrer Simon Kossi Dossou, war anlässlich der Retraite des Drittordens der Einheit (TOE) bei uns, Pfarrer Samuel Dossou und Emile Fagla zur Arbeitstagung des TOE.
In dieser Zeit hielt sich auch s.Judith aus der kleinen evangelischen Kommunität von Bafut in Kamerun hier auf, sowie Heleine Rehema Tabena, eine junge Vikarin der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo, die von ihrer Kirche gesandt worden war, um Erfahrungen mit dem Leben in einer Kommunität zu sammeln. Wir hatten die Freude, Kl. Schw. Monika v. Jesus zu empfangen und Kl. Schw. Teya v. Jesus aus Rwanda wiederzusehen; ebenso s.Happiness aus Südafrika, und unsere treuen Freunde aus dem Kamerun, Lucette und Ebenézer.
Kolloquien und ökumenische Begegnungen…
… führten uns mehrere Male nach Bose! S.Pierrette und s.Minke im September zu einem Kolloquium über den Hl.Symeon den Neuen Theologen, s.Minke im Mai über Charles de Foucauld, s.Anneke im Juni zum Treffen von KAIRE.
S.Pierrette und s.Regina haben am Treffen des SDC teilgenommen; die Vorbereitung der folgenden Begegnung fand in Grandchamp statt. Der Besuch von s.Agnès und vier weiteren Schwestern von St André im März war eine grosse Freude für uns.
Am 25. August haben vier Schwestern an der grossen ökumenischen 75-Jahr-Feier von »Glaube und Kirchenverfassung« in der Kathedrale von Lausanne teilgenommen.
Aus Gesundheitsgründen hat s.Minke nicht zum Treffen von E.I.I.R. nach Italien fahren können. Der von ihr vorbereitete Text wurde deshalb von s.Marie-Chrystyna gelesen. Sie hat auch auf einen Vortrag in Lyon im Rahmen eines Kolloquiums über Abbé Couturier verzichten müssen, konnte jedoch ihren Beitrag auf Band sprechen. Die ökumenische Geisteshaltung und die prophetische Vision von Abbé Couturier hat unserer Berufung zur Einheit ein solides Fundament verliehen. Die Verbindung, die durch den Besuch von s.Marguérite 1940 in Lyon entstanden war, hat sich immer weiter vertieft und uns für die Anglikanische Kirche geöffnet. Abbé Couturier hat die ersten Professionen mit seinem Gebet begleitet und sie als grosse Verheissung für die Kirche empfunden.
Ökumenische Pilgerfahrten
Im Anschluss an die Osterfeiern hat s.Minke an einer ökumenischen Pilgerreise für Frieden in Israel und Palästina teilgenommen. Hildegard Goss hatte diese Reise durchdacht und auf Einladung des lateinischen Patriarchen Michel Sabbah in Jerusalem vorbereitet, der sich für diese durch Gewalt aufgewühlte Heilige Land Pilger anderer Art gewünscht hatte, Pilger für den Frieden, die kämen, um die dortigen Friedensstifter zu unterstützen und ihnen ihre Solidarität zu bezeugen. Leider hat die politische Lage die Gruppe dazu gezwungen, statt mit 30 Teilnehmern nur zu fünft, als Delegierte von Pax Christi, vom Internationaler Versöhnungsbund und von Church and Peace, zu kommen und auch das Besuchsprogramm zu reduzieren. Bethlehem blieb ihnen verschlossen, doch konnten die Pilger, unterstützt durch ein internationales Gebetsnetz, vielen Einzelnen und israelisch-palästinensischen Friedensgruppen begegnen.
Nach der Pilgerfahrt ist s.Minke noch einen Monat in Ste Elisabeth geblieben und konnte so das Erlebte mit s.Maatje und s.Claire-Irène teilen; s.Mechthild war kurz zuvor nach Grandchamp zurückgekehrt. Der Alltag in diesem Kontext von Leiden, Hoffnungslosigkeit und Unsicherheit im Blick auf die Zukunft ist fordernd. »Jerusalem ist wie das Herz der Welt, wo alles verdichtet gelebt wird. Möge sich all das Leid in Geburtswehen einer neuen Welt verwandeln. Engagieren wir uns im Gebet, öffnen wir unser Herz einer weltumspannenden Liebe, die inklusiv ist und den Weg durch die enge Pforte der Vergebung und des Mitleidens mit den anderen nicht scheut«.
Aus Ste Françoise Romaine kam von Mère Marie Placide und s.Hanna, die Polin ist, eine Einladung an s.Michèle, und dies wurde bereits ihre dritte Polenreise mit vielen Begegnungen, die in den Benediktinerklöstern von Tyniec und von Biskopow, mit den Freunden der lutherischen Gemeinde von Katowice, und viele andere mehr…
Ein Echo von den anderen Orten
Algerien und Ste Elisabeth
In Algerien wie in Ste Elisabeth harren die Schwestern als eine betende und liebende Präsenz inmitten der leidenden Völker in der Erwartung von neuem Leben aus.
Sonnenhof
Der Sonnenhof ist nach wie vor ein Ort, von dem Segen ausgeht. Die Schwestern sind für das vergangene Jahr sehr dankbar, für die Treue der Gäste und Gruppen sowie der Pfarrer und Pfarrerinnen, welche Retraiten leiten und regelmässig die Eucharistie feiern. Nach der Sommerpause und dem Wechsel der Schwestern haben sie mit Energie den Alltag wiederaufgenommen.
Chalencon
In Chalencon hat zumindest für eine Weile s.Laure s.Hélène abgelöst. Die Schwestern sind also weiterhin zu viert. Die Anzahl der Gäste nimmt langsam zu, und wir träumen davon, Restaurationen durchzuführen und das Haus funktioneller zu gestalten. Damit Küche und Speisesaal auf der gleichen Etage sind, musste man die Kapelle anderswo einrichten. Es liesse sich vielleicht ein Gebäude in Ordnung bringen, das im Augenblick unbenützt ist… Wäre das zu verwirklichen?
Woudsend
Über Woudsend schreibt s.Christianne: »Mit den Gruppen suchen wir weiterhin nach einer befreienden Spiritualität in der gegenwärtigen Lage. Dazu haben wir drei Themen vorgeschlagen, die jedes auf seine Art Aktion und Kontemplation verbanden: ein konkreter Zugang zu unserem eigenen inneren Raum; ein Sich-Befragen, wie Poesie und Dialog unseren Alltag bereichern können; Spiritualität und Gewaltlosigkeit nach J. und H. Goss-Mayr, in Verbindung mit der Unsicherheit und Angst vor dem Anderen in einer Gesellschaft, in der die Unterschiede immer mehr in Erscheinung treten. Das sind aktuelle, immer weiter verbreitete Probleme, die uns persönlich betreffen und uns auch für Solidarität im Widerstand öffnen«.
Im Licht der Gemeinschaft der Heiligen
Der Herr hat mehrere unserer Familienmitglieder und nahe Freunde zu sich gerufen. Mit vielen anderen sind sie in die grosse Wolke der Zeugen, in die Freude des Reiches Gottes eingetreten: Mère Claire von St André, Irmgard Buck, Frau Van Tienhoven, Herr Popesco, Pfr. Maurice Robert, Charles Legland aus der Arche von St Antoine, Françoise Hatey, père Bria, Christiane Peter, die Glieder des TOE Catherine Schneider und Elisabeth Lieberherr; die Nachbarn René Ducommun und Claude Bovet, nachdem er gerade in sein so schön renoviertes Bauernhaus zurückgekehrt war, in dem er einen ruhigen Lebensabend zu verbringen gehofft hatte.
Wir möchten diesen Brief nicht beenden, ohne ihnen zu sagen, wie sehr wir uns durch die Bezeugungen ihrer Freundschaft, durch ihr Gebet und ihre Briefe von nah und fern nach dem Tod von s.Heidi und s.Myriam getragen gefühlt haben. Dafür danken wir ihnen von ganzem Herzen!
Wir wünschen ihnen gesegnete Festtage, ein schönes, glückliches Jahr in der immer neuen Erwartung dessen, der da kommt!
s.Pierrette und ihre Schwestern
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