![]() |
Brief aus Grandchamp 2007"Fürchte dich nicht" |
|||||||
|
|
Vertrauen wagenDem Volk Gottes, das die Leidenszeit des Exils durchmacht, und dessen Zukunft ohne Hoffnung scheint, ruft der Prophet die Gegenwart des Einzigen in Erinnerung, der treu zu seinem Bund steht: „Fürchte dich nicht! Du bist mein… wenn du durch die Fluten gehst, bin ich bei dir“(Jes. 43). In den Stürmen verlässt Gott sein Volk nicht. Er geht mit ihm und will, dass es seinen Blick nach vorne richtet, auf das „was bereits Knospen treibt “ , auf die Zukunft, die er vorbereitet. „Fürchte dich nicht…“. So kommt Gott auch heute noch jedem Menschen nahe. Die Bibel wiederholt dieses Wort so oft wie das Jahr Tage zählt. Daran erinnerte uns Fr. François in einer Predigt. Gott will bei uns sein, gerade dort, wo wir in der Gefahr sind, uns in uns selbst zu verkriechen, uns in der Dunkelheit einzuschliessen mit Sorgen, mit Entmutigung, mit Aengsten angesichts der Zukunft, mit vielfältigstem Leiden – mögen diese uns persönlich betreffen, unsere Kommunitäten, die Kirche oder die
mögen Ordensgemeinschaften dienen, die schwere Zeiten erleben – wie die Gesellschaft in Europa überhaupt. Gemeinschaften, die lange bestanden haben, lösen sich auf, andere tun sich zusammen. Für einzelne – mit manchmal sehr unterschiedlicher Ausrichtung – tut sich so eine neue Perspektive auf. Sie wagen es, sich gemeinsam auf das Abenteuer des Glaubens einzulassen und zeugen von „einer Weise, realistisch und mit Vertrauen in einer Krisensituation zu leben“. Sie drücken „das neue Leben aus, dessen Trägerin das Ordensleben ist, wenn es sich vom Geist Gottes leiten lässt und es wagt, sich auf das Unvorhersehbare einzulassen1.“ Wird eine bejahte und angenommene Armut nicht zu einem Ort, wo sich neue Wege auftun, wo echte Solidarität - ein Widerschein der Gemeinschaft, die in Gott ist – gelebt wird? „Einsamkeit und Solidarität“, das Thema unseres Schwesternrates begleitet uns weiterhin. Um welche Einsamkeit, um welche Solidarität geht es? Jeder Mensch braucht eine gewisse Einsamkeit, um – fern von den vielen Pflichten des Alltags – zu sich zu kommen, um in der Schönheit der Natur neue Kräfte zu tanken, um mehr ein eigener Mensch zu werden, um zu beten, um schöpferisch zu sein. Wir alle machen auch eines Tages die Erfahrung bedrückender Einsamkeit – jener, die man auf den Gesichtern von Menschen in den Strassen unserer Städte sehen kann, Einsamkeit von alten, isolierten Menschen oder von jungen auf der Suche nach Sinn. Einsamkeit ist zuweilen tragisch verbunden mit einem Leiden, einer Trauer, einer Trennung, einer Krankheit, eines nicht gewählten Ledigbleibens. Früher oder später werden wir mit unserer existentiellen Einsamkeit konfrontiert, vor die uns der eigene Tod stellt. Wir begegnen unserer radikalen Armut, die, wenn wir sie annehmen können, uns für die Behutsamkeit Gottes öffnet. Einsamkeit… und Solidarität. Das christliche Leben enthebt uns nicht den Gegebenheiten der menschlichen Existenz. Im Gegenteil, es taucht uns ganz darin ein; es lässt uns Freud und Leid teilen, die allen Menschen gemeinsam sind. Die Solidarität kommt auf verschiedenen Ebenen zum Ausdruck, in kleinen wie in grossen Gesten: indem wir einem leidenden Menschen zuhören oder ihm beistehen, oder indem wir unsere materiellen Güter mit den Aermsten teilen. Sie kommt zum Ausdruck im Gebet, wo wir der Güte Gottes das Leiden vieler Menschen anvertrauen, sowie im Einsatz jener, die für eine gerechtere, menschenwürdigere Welt und für einen respektvollen Umgang mit der Schöpfung kämpfen. In der Tiefe unseres Seins stossen wir auf die ontologische, grundlegende Solidarität, die uns mit dem verborgenen Kampf eines jeden Menschen verbindet: tragen wir nicht alle als „Markenzeichen“ Gottes dieselbe Sehnsucht nach Glück, Frieden und Fülle in uns? Werden wir nicht auch alle mit den Schatten konfrontiert, den Mächten des Bösen, die verhindern wollen, dass sich diese Sehnsucht verwirklicht?
deutlich, dass es sich mit der Entfernung voneinander ebenso verhält. Mitten im Leben sind wir immer wieder dazu aufgerufen, auf Jesus zu schauen, wie er allein auf den Berg ging, um zu beten. Er kam mit dem mitfühlenden Blick des Vaters und mit einem von dessen Liebe überströmenden Herzen zu seinen Jüngern, zu den Menschenmengen zurück. Sein ganzes Leben war wie ein langes Ein-und Ausatmen, ein ständiges Hin und Her zwischen der Gemeinschaft mit Gott und der Gemeinschaft mit den Menschen. Ihm nachfolgen: Einsamkeit suchen oder Einsamkeit annehmen und bejahen, um sie mit ihm zu leben. Wie für Jesus so wird für uns die Einsamkeit immer diese beiden Gesichter haben: einmal erleben wir sie als privilegierten Ort, wo wir in der Gegenwart Gottes unsere Verbundenheit mit ihm erneuern dürfen, ein andermal als Ort der Anfechtung, wo wir Gottes Führung und das, was er von uns erwartet, nicht mehr verstehen. Dort sind unser Durchhaltevermögen und unsere Treue herausgefordert. Jesus Christus hat uns den Weg gebahnt. Sind wir bereit, uns von ihm, der bis zum Ende EINS mit dem Vater und EINS mit uns geblieben ist, in das Geheimnis seiner Einsamkeit und in die Tiefe seiner Solidarität hineinnehmen zu lassen? In ihm, dem gekreuzigten und auferstandenen Christus, liegen die Wurzeln unserer menschlichen Solidarität. Gehen wir also mit ihm voran im Vertrauen, dass seine Gegenwart uns niemals verlässt. Im Licht von Ostern geht er uns voraus, und in jedem Menschen schenkt er uns eine Schwester, einen Bruder. Soeur Pierrette 1 „Neue Solidaritäten leben: die Praxis von Interkongregationen“. Kommission der Bischöfe für das Ordensleben in Frankreich Ich habe keine Angst mehr von unserer Freundin Julia in Guatemala Ich habe nicht nur die „normale“ Angst gekannt, die Unterdrückung und Terror in einem Staat verursachen, der von einer Militärdiktatur vereinnahmt worden ist, sondern ich bin auch zur Sklavin des Terrors geworden, der in mein ganzes Wesen, meinen Geist, meine Gefühle und bis in mein Innerstes eingedrungen ist. Ich war übersättigt von Berichten und Zeugnissen über Beschlagnahmungen und Folterungen, über Verschwundene und Tote, die sich zutiefst in mein Gewissen eingeprägt hatten. Mein Weg in die Freiheit, mein Weg von der Angst zum Vertrauen, von der zwanghaften Gewohnheit zu richten zur Freiheit des Verzeihens, wären nicht möglich gewesen, wenn nicht der Heilige Geist in mir einen immer brennenderen Durst nach Frieden und Vergebung geweckt hätte. Er hat mir die Augen geöffnet, und ich habe gesehen, dass hier mein tiefstes Bedürfnis liegt. Das wurde zum ersten Schritt. Ich konnte nur beten: „Vater, lehre mich zu vergeben, wie du vergeben hast, zu lieben, wie du geliebt hast. Bitte hilf mir, Vater.“ Das Lesen von psychologischen Büchern, die Meditation, ein Lehrgang über transpersonale Psychologie haben mir ebenfalls geholfen. Dieses ständige Suchen ist ein langer Weg des Lernens, der erst zu Ende sein wird, wenn Er mich endgültig in seine Gegenwart ruft. Es geht nicht darum, das Böse zu vergessen oder zu leugnen, sondern darum, das Mitgefühl in mir zu wecken, mit dem Gott, der Vater aller Barmherzigkeit, vergibt und zur Umkehr ruft. Das allein kann heilen, Frieden geben und immer aufs Neue die Angst bannen. Die Gewalttätigen handeln aus Unwissen. Sie können beschimpfen, töten, den Leib foltern, aber niemals das wahre Leben zerstören. Ich bin mehr als mein physischer Leib. Ich weiss, dass in der tiefsten Tiefe auch des schlechtesten Menschen Derselbe wohnt, der auch in mir wohnt, selbst wenn jener es nicht weiss. Wir sind „eins“ in Ihm. Da gibt es keinen Platz mehr für die Angst. Die Liebe hat mich Ihm ähnlich geschaffen. Ich kann nur in Frieden und frei von Angst sein, wenn ich mich mit Christus, der Folter und Tod überwunden hat, dieser Liebe öffne. Seine Gnade genügt uns. Vond der Angst...zur Solidarität von unseren Schwestern Maatje und Veronika in Israel/Palästina Wir leben hier an einem Ort voller Konflikte, und was wir in den Nachrichten hören, macht uns oft Angst. Diese Erfahrung zieht sich auch durch unser tägliches Leben und unsere schwesterlichen Beziehungen. Ist dies nicht eine Herausforderung? Wie können wir ein Zeichen der „ herzlichen Liebe unseres Gottes“ sein? In diesem Umfeld von Gewalt und von Ungerechtigkeiten stehen wir ständig der Angst, unserer eigenen Angst, gegenüber. Und dennoch wurden gerade auf dieser Erde die Worte „Fürchte dich nicht!“ und „Habt keine Angst! “ so oft von den Boten Gottes, von Engeln, Propheten und von Jesus selbst ausgesprochen. Diese Ermahnung ist nicht selbstverständlich, aber sie geht immer mit der Zusicherung einer Gegenwart einher: „Der Herr ist mit dir“, „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“In dem Masse, in dem ich mich für die wohlwollende Gegenwart Gottesöffnen kann, die für mich und für alle das Leben in Fülle will, kann ich meinen eigenen Aengsten standhalten und sie durchleben, brauche ich sie nicht mehr auf die andern zu übertragen, auf die Schwester, die meinen Alltag teilt (das gemeinsame Leben ist ein ausgezeichnetes Uebungsfeld!). Erst so kann ich mich ihnen gegenüber öffnen, ihr Leiden und ihre Angst wahrnehmen, und so solidarisch werden. Genau das haben manche israelische und palästinensische Kämpfer entdeckt. Sie hatten sich gegenseitig mit Waffen bekriegt bis zu dem Augenblick, da sie gewahr wurden, dass dies nirgends hinführt. Sie haben angefangen, sich zu begegnen, miteinander zu reden, zu suchen, wie sie miteinander die Kräfte des Bösen, des gemeinsamen Feindes, bekämpfen könnten. Sie haben begonnen, öffentlich zu sprechen. Jetzt begegnen sie sich mit ihren Familien, und der Einfluss der Bewegung „Kämpfer für den Frieden“ wird immer grösser. Hier treiben wahrlich neue Knospen! Hier wird ein Weg von der Angst zur Solidarität gegangen. Solche Knospen gibt es viele hier; von ihnen sprechen die Medien selten, aber gerade sie halten die Hoffnung lebendig. Von der Angst zum Vetrauen im interreligiösen Dialog von Sr. Françoise „Sei gleich einem Fisch im geistlichen Ozean.“ (Rumi, grosser Sufi-Meister) Die Aktualität lässt die Angst vor kulturellen und kultischen Unterschieden wachsen. Das Evangelium sagt jedoch: „Fürchte dich nicht, habe Vertrauen…“. Wir sollen also gegen den Strom schwimmen, nicht gegen den Strom der Aktualität oder der Moderne, sondern gegen die Angst in all ihren Formen. Wir sind dazu berufen, uns im Vertrauen einzuwurzeln. Seit einigen Jahren dürfen wir eine kleine Gruppe von Sufis zu ihrem Gebet empfangen. Das lässt uns in ein sehr ungewöhnliches Universum eintauchen. Wir haben da keine Orientierungspunkte mehr. „Der so geführte Dialog setzt voraus, dass wir von uns selber absehen, um auf die anderen zuzugehen. „Wir vertrauen darauf, dass auch bei den anderen die Suche nach Gott im Zentrum steht“, sagte Bruder Christian de Chergé. Das öffnet uns für das Unerwartete, für die Ueberraschung. Auf diesem Weg der Offenheit ist es gut, uns von der Grösse und Vielfalt des Allerhöchsten überraschen zu lassen. Um diesen Dialog führen zu können, ist es wichtig, in den eigenen Ueberzeugungen standfest verwurzelt zu sein. Ein Baum mit guten Wurzeln kann seine Zweige weit entfalten und eine Menge von Vögeln aufnehmen. Dann kann die Luft widerhallen von einem neuen Lied, das Zeit und Augenblick befriedet. Was wir in diesem Jahr erlebt haben: ein kleines Echo Die Probation begann im Licht des Festes der Begegnung Jesu mit seinem Volk am 2. Februar. Mit Dr. Th. Collaud, einem Arzt und Theologen, befassten wir uns mit Fragen der medizinischen Ethik und mit dem Aelterwerden. Pfr. Jean- laude Schwab brachte uns mit seiner eintägigen Einführung ins Bibliodrama sehr lebendig einen Evangeliumstext nahe. Der Schwesternrat ging mit dem Fest der Verklärung am 6. August zu Ende. Zu unserer grossen Freude konnte Julia dieses Jahr wieder bei uns sein. Fr. François hat in der Retraite das Thema des Schwesternrates „Einsamkeit und Solidarität” mit den Begriffen „Rückzug und Elan“ aufgenommen. Cosette Odier, Seelsorgerin im Kantonsspital von Lausanne, führte uns in das „Loslassen“ ein. Während der grossen Fastenzeit durfte Sr. Pierrette im orthodoxen Kloster St.Siluan, getragen von der Schönheit der Stundengebete, einen Monat schweigend in Retraite verbringen. Sie nahm auch teil an der 3. OEkumenischen Europäischen Versammlung in Sibiu, Rumänien, die unter dem Thema stand: „Das Licht Christi erleuchtet alle Menschen”. Im Rahmen eines Forums brachte sie einen kurzen Beitrag über „Das Herz, ein Raum, in dem Gottes Wort gehört und aufgenommen wird”. Engagements in unserer geistlichen Familie: 3 bei den „Servantes de l’Unité” und 8 im Orden der Einheit (DOE), welcher den Raum seines Zeltes mit den Engagements der ersten Mitglieder im Benin erweitert. Timothée Mikpedo und Basile Fadonougbo haben sich in Grandchamp während des Treffens im April engagiert. Dieses sehr bewegende Ereignis wurde durch die Anwesenheit des Präsidenten der Evangelisch-Methodistischen Kirche im Benin (EPMB), Pfarrer Simon Kossi Dossou, unterstrichen. Einen Monat später flogen Sr. Pierrette, Sr. Catherine, Klara Künzler, Verantwortliche des DOE, Evelyne Roulet und Pfr. J.-L. L’Eplattenier in den Benin. Am 11. Mai, während der Retraite, engagierten sich im herrlich gelegenen Kloster der Benediktinerinnen von Toffo Emile Fagla, Samuel Djakpa, Richard Mikpedo, David Dossoumi und Emmanuel Olobieye. Es war eine ganz einfache, aber sehr lebhafte, fröhliche und leuchtende Feier. Catherine Zuber-de Dardel hat sich in Grandchamp während der Retraite im Oktober engagiert. Die grossen liturgischen Feste wurden geprägt durch gut besuchte und reichhaltige Retraiten. Die Oster-Retraite leitete Pfr. Michel Cornuz, die Pfingst- etraite Lytta Basset und die Allerheiligen-Retraite Fr. Pierre-Yves von Taizé. Für andere mehrtägige Retraiten konnten wir eine internationale Gruppe der Archen von Jean Vanier, Theologiestudierende der Adventistenkirche,Pfarrfrauen von Württemberg sowie viele andere Gruppen und Gäste empfangen. Eine besondere Freude war das Wiedersehen mit Simone Pacot; sie leitete mit Pierre-Yves Brandt eine Tagung für Ordensschwestern. Einige Missionen und Begegnungen: – Sr. Pascale nahm am Treffen des Departements der französisch-sprachigen Kommunitäten auf der Grimmialp bei den Schwestern der Steppenblüte teil; sie wurde in Tamié um einen Beitrag anlässlich des Treffens der ACAT gebeten; – Sr. Vreni ist der Gruppe „Ephrem“ treu geblieben, die ihre diesjährige Retraite bei den Schwestern von Versailles gehalten hat; – Sr. Birgit war in Stuttgart an der grossen Versammlung „Miteinander für Europa“; – Sr. Sabine konnte die Gemeinschaft von Corrymeela in Nord-Irland kennenlernen, wo die internationale Konferenz von „Kirche und Frieden“ („Church and Peace“) stattfand; – Sr. Janny nahm in Brescia an der europäischen Retraite und Begegnung der „Fraternität des leidenden Gottesknechts“ teil; – Sr. Minke hielt in Belgien eine Konferenz zum Thema „Natur und Meditation“; sie war in Bose zum Internationalen OEkumenischen Kongress: „Der verklärte Christus in der orthodoxen geistlichen Tradition“; – Pfr. J.-L. L’Eplattenier und Sr. Siong waren im Frühjahr bzw. im November wieder bei den Schwestern von Mamré in Madagaskar; – Sr. Christel und Sr. Dorothea haben eine weitere Retraite für PfarrerInnen im norddeutschen Ratzeburg bei Lübeck begleitet. Besuche und Begegnungen – Immer wieder bewegt es uns, viele Gesichter zu sehen und wiederzusehen, die Verbundenheit in langer Freundschaft und Gemeinschaft zu spüren. Wir denken besonders an Laurien aus Ruanda; an Pater de Jaer; an Bischöfin Bärbel Wartenberg- Potter und Dr Jörn Halbe nach ihrem Aufenthalt in Südafrika; an eine unerwartete, wertvolle Begegnung mit dem chinesischen Meister Wang Zhizhong, der Professor für Kampfsport in Peking war. Mit ihm haben wir uns in der Tiefe und Stille austauschen können mittels einiger Körper-Uebungen. Wir erwarten mit Freude den Besuch von Pater Emile Shoufani am 3. Dezember. „Gemeinsames Leben: geschenkt und fruchtbar“ – Nach der Teilnahme von Sr. Minke an einem Runden Tisch in Mailand im Jahr 2004 hat Sr. Gianfranca vom Paolini- erlag sie gebeten, die Frucht einer langen ökumenischen Erfahrung, so wie sie sie als Priorin wahrgenommen hat, für andere zugänglich zu machen. Mit Freude hat sich Sr. Minke daran gemacht, und nach zweijähriger intensiver Arbeit ist ein Buch entstanden dank der kostbaren Hilfe von Marie-Laure, die unserer Kommunität sehr nahe steht. In Eygalières, der Maigrauge, in Bose und im Sonnenhof fanden sie gute Aufnahme und günstigen Raum für ihre Arbeit. Das Buch, zu dem Sr. Lorraine Casa CND von Montréal und Fr. Enzo Bianchi das Vorwort verfassten, wird auf italienisch zur Gebetswoche für die Einheit der Christen erscheinen. Im Sonnenhof – Durch die Veränderungen,die jedesmal Anpassungen ans alltägliche Leben erfordern, bleibt die Schwesterngruppe in Bewegung. Sr. Hiltje ist nach Ostern nach Grandchamp zurückgekommen; diesen Herbst tauschten für einige Monate Sr. Dorothea, die nach Grandchamp ging, und Sr. Elisabeth, die auf den Sonnenhof zog, ihre Plätze. Immer wieder staunen die Schwestern über die Verfügbarkeit und die Freundschaft der PfarrerInnen, die zu Retraiten und Gottesdiensten kommen, und die Treue so vieler Gäste! Sie haben Freude am Empfang vieler neuer Gesichter und an der Feier des zehnjährigen Bestehens des „DOE 97“ (Dritt- Ordens der Einheit) mit den Mitgliedern der Gruppe. Algerien – Sr. Renée und Sr. Anne- eneviève kehrten nach einer etwas längeren Pause in Grandchamp in ihren Alltag zurück. Das Land und die Kirche durchleben schwierige Zeiten. Einen kräftigen Rückhalt bieten Austausch- Gruppen wie der Ribat und die Frauengruppe, die seit 20 Jahren bei Sr. Renée zusammen kommt, und ebenso die lange Treue der christlichen und muslimischen Freunde und Freundinnen. Es ist ein Geschenk, unter Gläubigen vertrauensvoll, tief und freundschaftlich austauschen zu können, sich gegenseitig zu tragen, sich darin zu üben, einen hoffnungsvollen Blick auf das Land zu werfen und sich zu bestärken im Vertrauen, das der Glaube schenkt. Nach Ste. Elisabeth (Israel) sind im September Sr. Maatje und Sr. Veronika zurückgekehrt, ohne Sr. Claire-Irène, die in Grandchamp bleibt. Sie sind von anderen Nachbarn umgeben: Ilana, eine langjährige Freundin, ist weggezogen, und Dina ist gekommen, deren Anwesenheit ebenso geschätzt wird wie in Grandchamp. In Woudsend haben Sr. Christianne und Maria den Empfang der Gruppen leicht geändert: „Es tauchen neue, jüngere Gesichter auf, vor allem in der Gruppe Flearstift. Dank der neuen Formel mit kleineren Gruppen gibt es jetzt mehr Raum für den Austausch. Es ist wunderbar, sehr unterschiedliche Altersgruppen miteinander reden zu sehen. Wir empfangen viel von dieser Art sich zuzuhören und voneinander zu lernen”. Tag für Tag Vertrauen wagen – In den Freuden und Leiden staunend das täglich angebotene Manna entdecken, es empfangen und teilen in unseren manchmal sehr begrenzten Möglichkeiten. Wir danken für alle Unterstützung, für die empfangene materielle und praktische Hilfe. Wir denken besonders an die VolontärInnen, die das ganze Jahr zu uns kommen, an Bernard und an Henriette… Wir danken für eure Freundschaft und euer Gebet. Wir können vorwärts gehen, umgeben und getragen von der Wirklichkeit der Gemeinschaft der Heiligen, mit den uns lieb gewordenen Brüdern und Schwestern, die ins Licht Gottes eingetreten sind: Sr. Elisabeth, ehemalige Priorin von Pomeyrol, die als Deutsche die Berufung der Schwestern für die Dimension der Versöhnung geöffnet hat. Sr. Fides von der Kommunität Imshausen, die einige Zeit mit unserer Sr. Jacoba in Israel gelebt hat. Wies van Dijk des DOE der Niederlande. Père Aubry, unser Nachbar, und Pfarrer Ecklin, zwei Brüder, die von der gleichen Leidenschaft für die Einheit ergriffen waren und mit denen wir lange denselben Weg gegangen sind; sie haben das ökumenische Leben der Region und weit darüber hinaus tief geprägt. Fr. Eric von Taizé, einer der ersten Brüder der Gemeinschaft und Künstler. Auch der Tod von André Chouraqui, des grossen Meisters im jüdisch- hristlichen Dialog hat uns bewegt; er war in den sechziger Jahren in Grandchamp gewesen. Wir stehen kurz vor dem Europäischen Jugendtreffen, der Brüder von Taizé in Genf :eine neue Etappe des Pilgerweges des Vertrauens auf der Erde. Die Herausforderung ist gross im kirchlichen und oekumenischen Umfeld von Genf, in unserer von Gewalt und Angst zerrissenen Welt. Es ist auch für Taizé eine wichtige Etappe, 60 Jahre nach den Anfängen von Fr. Roger mit einigen Brüdern in Genf. Die Vorbereitung dieses grossen Ereignisses hat viel Begeisterung hervorgerufen. Sie ermöglicht Begegnungen verschiedener katholischer und evangelischer Gemeinden und mobilisiert viele Menschen, auch solche, die der Kirche fern stehen. Zweifellos hat der Heilige Geist über diesem Abenteuer schon stark geweht. Er wird weiterhin Orte der Hoffnung und des Friedens zum Leuchten bringen. Im Vertrauen auf den Emmanuel, der kommt, um mit uns den Weg zu gehen, wünschen wir Ihnen eine Zeit des Friedens und der Stille, um diesem Geheimnis Raum zu geben. Frohe Weihnachten! Ihre Schwestern von Grandchamp Auf unserer homepage www.grandchamp.org finden Sie das Jahresprogramm 2008 und die Liste der Lesungen. |
|||||||
|
||||||||