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„Auf ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser!
Kauft Getreide ; ...
Kommt und trinkt: ohne Geld, ohne Bezahlung
...
Neigt euer Ohr mir zu, und kommt zu mir.
Hört, dann werdet ihr leben.“
nach Jes 55,1-3
Eine grosszügige
Einladung, die die Güte Gottes preist und seine bedingungslose
Liebe. Er kennt das geheimste Sehnen des menschlichen Herzens, unseren
tiefsten Durst, er kennt unsere Sehnsucht nach Glück und nach
einem Leben in Fülle.
„Hört, dann werdet ihr
leben.“ Unser Leben hängt ab von einem Anderen, der sich uns in
seinem Wort und in der Stille zeigen will. Er äussert sich auch in
der Schönheit seiner Schöpfung, in Ereignissen und in
Begegnungen. Dieser Ruf zieht sich durch die ganze Heilige Schrift vom
„Schma Israel“, „Höre Israel“ bis zur Johannesapokalypse, wo Jesus
anbietet, „bei dem einzutreten, der seine Stimme hört“. Und
dazwischen die Offenbarung an die drei Jünger, die Jesus mit auf
den Berg genommen hat: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich
Gefallen gefunden habe, auf Ihn sollt ihr hören.“ (Mt 17,5). Auf
Ihn sollen wir hören, der gesagt hat: „Ich bin das Licht der
Welt“. Er ist das Licht unserer Welt, die mit Ungerechtigkeiten, Gewalt
und Konflikten geschlagen ist und in der die Finsternis anscheinend so
oft siegt.
Auf Weihnachten hin sind wir
von einem Gesang getragen: „Komm göttliches Licht, erleuchte die Erde,
erfüll unsre Herzen, nimm Wohnung in uns.“ Dieses Licht
hüllt uns ein und durchdringt uns, wenn wir das Wort Gottes
meditieren und das Antlitz Christi betrachten. Auf ihn hören und
ihn betrachten, das ist eins. Denn das ganze Leben Jesu ist ein
Hören auf den Vater, ein Hören auf sein Wort. Seine Freude,
sein ganzes Wollen, das, was ihn zutiefst nährt, ist für ihn,
den Willen des Vaters zu tun. Von Ihm empfängt er sich in jedem
Augenblick als Sohn des Vaters.
Müssen wir also in
seiner Nachfolge nicht auch Tag für Tag aus seinem Wort neu
geboren werden? Können wir nicht Kinder des Lichts werden, auf
deren Offenbarwerdendie ganze Schöpfung wartet in ihren Seufzern
und Geburtswehen (Röm 8,19)? Denn das ist es, was durch das Wort
Gottes geschieht: Das Wort Gottes wird in ein Herz gesät, das ganz
still ist und sich einer Gegenwart öffnet. Es ist ein Herz, das
hört. Wie Maria gehört hat, die Mutter Jesu. Sie hat das Wort
bedingungslos angenommen. Sie erlaubt dem Wort, Fleisch zu werden von
ihrem Fleisch. Das Wort wird fruchtbar, und neues Leben keimt und
wächst in ihrem Schoss: das Leben Christi, das sie der Welt
schenken wird.
Gott
verlangt von uns nichts Aussergewöhnliches: nur einfach da sein,
ihm hinhalten, was wir sind, unsere Begabungen und unsere
Zerbrechlichkeiten, unsere lichten und unsere dunklen Seiten. Und: zum
Leiden bereit sein, das sich mitunter einstellt, unvermeidlich. Wagen
wir es, unsere Armut anzunehmen, sie dem Hauch des Heiligen Geistes zu
öffnen und uns Tag für Tag der schöpferischen Kraft des
Wortes Gottes auszusetzen? An uns ist es dann, das Wort zu bewahren und
in unserem Herzen zu bewegen – manchmal nur den Namen Jesu ständig
zu wiederholen – und zuzulassen, dass es sein Werk vollendet und Frucht
trägt. Es steigt hinab in die Tiefen unseres Seins, in unseren
Körper, in die Verwundungen, die darauf warten, aufgesucht zu
werden, um sich dem LEBEN zu öffnen. Wir haben nur die eine
Aufgabe, uns ständig immer wieder aufs Licht hin auszurichten.
Nach und nach wächst dann das Leben, das von einem Anderen auf uns
zukommt, das Leben Christi, in uns.
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Hören … ist eine Grundgegebenheit; und doch ist
Hören so schwierig in unseren Lebenswelten, denn sie befinden sich
in einem tiefgreifenden, immer schnelleren Wandel, mit
Erschütterungen in allen Bereichen. Wir werden dabei vom Lärm
erdrückt und mit Wörtern überflutet. Auch die Kirchen
erleben schwierige Zeiten; sie müssen sich neuen Herausforderungen
stellen und können diesem ständigen Druck nicht entgehen. Von
daher ist es aber auch nicht verwunderlich, dass es heute immer mehr
Orte des Hörens gibt und dass das Bedürfnis nach Orten der
Einkehr immer tiefer wird, nach Orten „an denen das Schweigen der
Menschen das schöpferische Wort Gottes herbeiruft. Das ist eine
Frage von Leben und Tod“, wie Mère Geneviève schon 1938
schrieb.
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Orte des Hörens, …
an denen das
Schweigen
der Menschen
das schöpferische
Wort Gottes
herbeiruft.“
Mère Geneviève
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Denn das Wort Gottes
bewirkt, was es sagt. Während des ganzen Lebens lässt es uns
zu dem werden, was wir im tiefsten Inneren schon sind:
gemeinschaftsfähige Wesen, die offen sind für die anderen,
also Ebenbilder Christi. Das ist eben das Geschenk Gottes und seine
ganze Freude. „Auf ihn sollt ihr hören“, sagt er uns, damit wir
von Christus das Hören lernen, von ihm das Wort empfangen, das den
anderen ruhig macht und ihm wieder Vertrauen gibt, oder ihn in die
Stille führt, die ihn ganz gegenwärtig sein lässt. Wenn
jemand eine Entdeckung oder ein Glück mitteilen oder einem anderen
seine Zweifel, seine Suche oder das Leiden an der Einsamkeit
anvertrauen will, kann das schlichte Zuhören einen Weg öffnen
– diese Erfahrung haben wir gemacht. Das Zuhören kann aber auch
oft, ohne dass es uns bewusst ist, eine innere Neugeburt vorbereiten
und dazu helfen, das LEBEN frei zu setzen.
Hören
bedeutet Gastfreundschaft anbieten
für den
Anderen, für jeden anderen.
Schwester Pierrette
Hören – ein Thema, das uns zu den
Anfängen der Kommunität zurückführt. Hat nicht
alles begonnen im Hören, in der Stille der Retraiten, in der das
Wort Gottes erklingen und sich ins Herz senken konnte, um Frucht zu
bringen? Rosette Genton, die im Juni ins Licht Gottes
eingetreten ist, sagte dazu oft: Hören, sich im gebeteten
WORT einwurzeln, um Wort zu „werden“, das ist das Wesentliche. Marthe
Westphal erinnert an sie, die Mère Geneviève so nahe war
und die am Anfang der Servantes de l’Unité stand:
„Ich
möchte hervorheben, wie sehr Rosette am Hören war. Dieses
Hören führte sie hinein in den Gehorsam eines ganz Gott
geweihten Lebens ‚bis ER alles in allem sei‘ (1 Kor 15,28). Es war ein
inneres Hören, das des hörenden Herzens. Dem Vorbild der
Wüstenväter folgend, reicht dieses Hören tiefer als der
erste Eindruck und schenkt der innersten, intimsten Wahrheit jedes
Wesens, jedes Wortes Gehör. Dieses Hören formte sie zu der
Servante de l‘Unité, die sie war. Dazu hat sie auch anderen
Frauen verholfen. Einige bezeichnen sie als ihre ‚geistliche Mutter‘,
andere eher als ‚Hebamme‘, die ihnen beistand und half, ihr eigenes
Leben als Servante de l‘Unité zu gestalten. Wie auch immer, sie
schenkte Gottes Wort, der Kirche, der Welt und allen, die zu ihr kamen,
Gehör.
Sie
hörte auf Gottes Wort in der Liebe und in der Erwartung des
Wahrwerdens dieses Wortes. So hörte sie auf Christus in der
Einsamkeit, im Innersten ihres Herzens, in der Wüste des
Alltagslebens. Dabei traf sie immer wieder auf ihre ‚Freunde‘, die
Wüstenväter und die Kirchenväter aus der Zeit der noch
ungeteilten Kirche. Deshalb konnte sie der Welt mit ihrem Pulsschlag,
ihren Erwartungen und ihrem Suchen wie auch ihrer Kultur so gut
Gehör schenken. Als Soziologin analysierte sie, was vor sich ging,
und wurde nie müde, sich dafür zu interessieren. So nahm sie
am Alltag einer jeden von uns wirklich Anteil, damit dieser nichts
anderes sei als ein in Gott gelebtes Leben.
Ein
anderes Kennzeichen von Rosette war ihre Diskretion. Aber wie soll man
über stille Zurückhaltung sprechen, wenn sie genau dies ist:
Zurückhaltung? Nur jenes: Diese Diskretion war auch
Unterscheidungsvermögen. Eines Tages brach sie mit einigen Frauen,
die der Communauté de Grandchamp verbunden waren, auf und folgte
wie eine Weggefährtin Abrahams einem Ruf. Daraus entstanden die
Servantes de l‘Unité: Frauen, die sich zu einem kontemplativen
Leben ausserhalb einer Kommunität, ganz in der Welt stehend,
berufen wussten, im inständigen Gebet im Verborgenen‚ ‚auf dass
sie alle eins seien‘, dem Willen Christi entsprechend. Mère
Geneviève, die sie dabei unterstützte, trug sich schon
lange mit der Frage nach einer mehr im Verborgenen gelebten Berufung
für alleinstehende Frauen, seien sie unverheiratet oder Witwen.
Als Regel diente ihnen ein Text von fr. Roger von Taizé, den wir
jetzt ‚Basistext‘ nennen. Fr. Roger verfasste ihn ursprünglich
für Männer, die in grösster Verborgenheit ein
klösterliches Leben führen wollten.
Wir
sind nun Erbinnen dieser Berufung. Verstreut in verschiedene
Länder, versammelt in Christus und in der Einheit des Geistes
versuchen wir, so wie wir können, das hörende Gebet und die
Verborgenheit zu leben. Dabei unterstützt uns die
‚Wegbeschreibung‘, die Rosette uns hinterlassen hat:
‚S.U.
zu werden ist der Versuch, sich auf den Plan Gottes einzulassen. Er hat
die Welt in ihrer Schönheit, ihrer Komplexität und
Mannigfaltigkeit geschaffen, um daraus durch seinen Sohn eine Symphonie
des Friedens und der Gemeinschaft in der Verschiedenheit zu machen (Joh
1). S.U. zu sein bedeutet, teilzuhaben am siegreichen Kampf Jesu
Christi, der lebte, starb und auferstand, damit der Wille Gottes
geschehe. Es bedeutet, in der Gemeinschaft der Kirche von ihm Zeugnis
zu geben. Aber die Kirche ist allzu oft mit inneren
Auseinandersetzungen beschäftigt. Wie kann sie Sauerteig des
Friedens sein, wenn sie selbst so wenig das lebt, was sie predigt, wenn
der einzelne Christ im eigenen Innern so wenig versöhnt ist? Die
S.U. ist dazu berufen, sich ihrer eigenen Schwäche und des eigenen
Richtergeistes bewusst zu werden, um Barmherzigkeit zu empfangen und um
in der Kirche und der Welt die Suche nach Einheit, die Christus durch
den Heiligen Geist gibt, zu leben. Durch ihre Gelübde Gehorsam,
Armut und Keuschheit stellt sie sich dort, wo sie ist, demütig zur
Verfügung, um Zeichen dafür zu sein, dass alle Liebe ihre
Quelle, Dauerhaftigkeit und Erfüllung in Gott hat (1 Kor
15,26-28).‘ “
Im Lauf der Tage...
Der Schwesternrat dieses Sommers hatte genau dies zum Thema: das
Hören. In seiner Retraite übermittelte uns fr.
François die Erfahrung seines ganz im Hören gelebten
Lebens. Das ist auch das Zeugnis, das uns Rosette Genton hinterlassen
hat. Sie war uns eine Freundin, mehr noch, eine Schwester. Voll
Dankbarkeit erinnerten wir uns an ihr Leben der Hingabe, ihr diskretes
Begleiten der Kommunität von Anfang an und an das, was sie uns
durch ihre Unterweisungen, ihr Hören, ihre Unterstützung
geschenkt hat. Der Schwesternrat ist für uns eine Zeit, um auf
Gottes Ruf für die Kommunität heute zu hören. Voll
Freude feierten wir die Profess von Sr. Lauranne und gedachten Sr.
Jacobas, die vor 50 Jahren (!) den Ruf zu einem Leben in Israel
erhielt. So wurde uns die Bedeutung der Fraternität neu bewusst:
Offenheit für die jüdischen Wurzeln unseres Glaubens und
für die zwei Völker, die das Heilige Land bewohnen. Drei
Schwestern sind seit September wieder in Ste. Elisabeth: Sr. Maatje, Sr. Hiltje und Sr. Pascale. Letztere wird
von Sr. Vreni abgelöst.
Gemeinsam hören … und
aufeinander hören: Bei unseren kommunitären Zusammentreffen
teilen wir Freuden und Sorgen aus unseren verschiedenen Lebensorten
sowie aus den jeweiligen Lebenssituationen der Kirche: in Algier, wo Sr. Renée und Sr. Anne-Geneviève
leben, steht die evangelische Kirche in grossen Schwierigkeiten und
Spannungen. Die katholische Kirche hat einen neuen Erzbischof, Mgr.
Khaleb Bader, ein Jordanier. Er ist Nachfolger von Mgr.
Teissier, der lange Zeit die Christen Algeriens begleitet, geführt
und ihnen geholfen hat, „Kirche der Begegnung“ zu werden.
In Woudsend (NL) plant die Gemeinde, die schon seit Jahren
Reformierte und Re- Reformierte verbindet, voll Mut eine
Totalrestaurierung des Innenraums ihrer Kirche. Sr. Christianne
schreibt: „Nun müssen wir uns täglich dafür einsetzen,
dass im Dorf klar wird, dass die mit der Renovierung verbundene
finanzielle Herausforderung auch Ausdruck eines Glaubenswagnisses ist,
das Vertrauen in den anderen, ins Leben und in Gott erfordert.“
Auf dem Weg der Versöhnung
* Gebete der Versöhnung: Das Jugendtreffen von Taizé in Genf hat
Schwung und Hoffnung in den Gemeinden geweckt, die Jugendliche
aufgenommen haben, aber auch darüber hinaus. Auf den Aufruf von
fr. Alois zum gemeinsamen Gebet von ChristInnen aller Konfessionen ist
hier in Neuchâtel ein monatliches Gebet in der Basilika Notre-
Dame entstanden: Es ist eine Dringlichkeit und zugleich ein Geschenk,
gemeinsam Gott zu loben, im ganz einfachen Gebet, im stillen Hören
und in der Erwartung, getragen durch das Gebet Christi: Dass alle eins seien …
Diese Gebete führen die Begegnungen und
Gottesdienste zur Gebetswoche für die Einheit der Christen weiter,
in die wir dieses Jahr stark einbezogen waren. So hat Sr. Pierrette
während der ökumenischen Feier in Neuchâtel gesprochen.
* Zeugen
der Versöhnung: Dieses Jahr sind
es einige, die ins Licht Gottes eingetreten sind:
– Lukas Vischer, der lange Jahre für den
Weltkirchenrat (Glaube und Kirchenverfassung) gearbeitet und sich voll
und ganz für die Umwelt „als Pionier für die Erhaltung des
Planeten“ eingesetzt hat.
– Mgr. Emilianos Timiadis und Don Hernando, die neue
Wege eröffnet haben, indem sie die Internationalen und
Überkonfessionellen Treffen von Ordensfrauen ins Leben riefen. Das
erste fand 1970 in Grandchamp statt.
– Dom Philibert, Altabt von Bec, voller Leidenschaft
für die Einheit und Zeuge der langen Geschichte zwischen Bec
Hellouin und Grandchamp.
* Begegnungen, an denen wir regelmässig teilnehmen und die uns
wertvolle Orte des Austausches sind: Sr. Vreni war in Tubet (Kleine
Schwestern Jesu) beimTreffen von Ephrem; seit 1967 tun sich Schwestern
aus kontemplativen, nicht in Klausur lebenden Kommunitäten
zusammen, um gemeinsam auf die an sie gestellten Herausforderungen zu
hören. Sr. Anneke nahm in Erfurt an einem Treffen von Kaire teil:
Ordensfrauen, Diakonissen und in der Kirche engagierte Frauen
versammeln sich alle zwei Jahre in einem anderen europäischen
Land, in einer anderen Kirche und Kommunität, um gemeinsam auf dem
Weg zur Einheit voranzugehen.
Besondere Aufträge und
Reisen in diesem Jahr:
– Retraiten gaben Sr. Pierrette im Rahmen der
Ökumenischen Gebetsfraternität von Romainmôtier, Sr.
Lucie-Martine in Lamastre (Ardèche) und Sr. Minke in Imshausen.
Letztere hielt bei der Feier zum 20jährigen Bestehen der
Communität El-Roi in Basel auch eine Ansprache über: „Daskommunitäre Leben
als Öffnung hin zur Ökumene“, ein Thema, das sie in ihrem
Buch „Gemeinsames Leben: geschenkt und fruchtbar“ tiefgehender
entfaltet. Wir erwarten noch das Erscheinen dieses Buches in
französischer und holländischer Sprache.
– Beim Empfang der „Karawane der Frauen für den
Frieden “in Neuchâtel sprach Sr. Veronika über: „Das gemeinschaftliche
Gebet, ein Weg des Friedens“.
– Sr. Pascale war beim Treffen des „Département
de Recherche Communautaire“ in der Abtei Hautecombe: „Ökumene, Gabe und
Aufgabe“.
– Sr. Thérèse gab einen Beitrag zum Tag
der Diakonischen Gemeinschaft in Dresden unter dem Thema: „Stille und gemeinsames Leben“.
– Sr. Janny war bei den Trappistinnen in Berkel-Enschot
(NL) und in Brüssel bei einem Treffen der Fraternität des
Leidenden Gottesknechtes.
– Sr. Minke nahm an der „Reise des Friedens“ nach
Israel/Palästina teil, die P. Shoufani organisiert hatte, zusammen
mit Magda Lafon und einer kleinen Gruppe von Juden, Muslimen und
Christen.
– Sr. Miriam und Sr. Mariane unternahmen am Ende ihrer
Noviziatszeit zusammen mit Sr. Pierrette und Sr. Regina eine Reise in
die Cevennen.
… Und die Besuche bei uns
Der der Brüder von Taizé bei uns gleich
nach dem Treffen in Genf wird in unseren Herzen bleiben. Unvergesslich
sind das gemeinsame Mittagsgebet, das festliche Essen und der
geschwisterliche Austausch. Besuch bekamen wir auch von drei
Brüdern aus dem Irak, Wissam, Yassir und Rahid. Sie erzählten
uns von ihrer Suche nach einem klösterlichen Leben in diesem so
zerissenen Land. Ein anderer Iraker, Bruder Rami OP, folgte ihnen. Sr.
Marie-Louise und Sr. Marthe, Diakonissen in Rubengera (Ruanda), kamen
mit Sr. Sistina (Missionsdominikanerin aus Peru) aus Bossey zu uns, um
von ihren Erfahrungen und Erlebnissen am Ökumenischen Institut zu
berichten. Kurz darauf konnten wir ihre verantwortliche Schwester, Sr.
Anke begrüssen. Verschiedene Kleine Schwestern Jesu (Maria-Lydia,
Danièle-Noèle, Sisirani, Bushra, Maria-Béatrix,
Anna Serena) und Sr. Suzanne (Schwestern von Notre-Dame von Montreal)
weilten bei uns und schenkten uns gelebte Gemeinschaft im Alltag. Zwei
„Blitzbesuche“ erfreuten uns sehr: Pfr. Simon Kossi Dossou,
Präsident der Methodistischen Kirche in Benin, begleitet von Pfr.
Célestin Kiki, der gerade zum Generalsekretär der CEVAA
gewählt worden war, und Pfrn. Chantal Gohungo sowie Pfr. Lala
Rasendrahasina, Präsident der Reformierten Kirche Madagaskars.
Auch P. Franz Jalics SJ, Wegbereiter der „Kontemplativen Exerzitien“,
die Karin Seethaler und Sr. Michèle in Grandchamp und auf dem
Sonnenhof gehalten haben, war bei uns.
Der Gästeempfang lädt
uns immer wieder dazu ein, unser Zelt und unseren Horizont zu
erweitern. Jedes Jahr staunen wir über die vielen neuen Gesichter
und die unterschiedlichen Gruppen, die alle mit dem selben Durst nach
dem Wesentlichen suchen. So kamen zum Beispiel: die Professoren der
Graduate School des Ökumenischen Institutes in Bossey; die
Bruderschaft des guten Samariters für ihre Retraite zum Thema:
„Liebe und Verzeihen“; Theologiestudierende der Adventisten; die Foyers
d‘Unité aus Morges; Mitglieder der Bruderschaft der Veilleurs;
eine Gruppe von PfarrerInnen aus Norddeutschland mit ihrer
Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter und Dr. Jörn Halbe,
die nach ihren Retraiten in Ratzeburg Grandchamp kennenlernen wollten;
zukünftige waadtländische DiakonInnen und PfarrerInnen zur
Vorbreitung auf ihre Einsegnung; die gemischte Arbeitsgruppe der
Röm.-Kath. Kirche und des ÖRK mit Dr. John Gibaut, dem neuen
Präsidenten von Glaube und Kirchenverfassung.
Auf dem Sonnenhof gab es
einen grossen Abschied: Prof. Erich Bochinger hielt in diesem Sommer
seine letzte Retraite. Ein fruchtbarer Dienst, dem er in grosser Treue
nachgekommen ist, ging somit zu Ende. Schwestern und Gäste sind
ihm zutiefst dankbar.
In unserer geistlichen Familie
waren die Glieder des Dritt-Ordens der Einheit dieses Jahr mit dem
Thema: „Solange die Erde besteht …“ (Gen 8,22) unterwegs. Wir freuten
uns in Grandchamp über die Engagements von Françoise
Delitroz, die einen Teil ihres Praktikums als Diakonin bei uns
absolviert, und von Françoise Mouron, sowie das von Karin Schick
auf dem Sonnenhof.
Bei den Servantes de l‘Unité gab es zwei
Engagements; ihre Tagung zum Thema: „Ich stehe vor der Tür und
klopfe an …“ war natürlich geprägt vom Heimgang von Rosette.
Viele freuen sich seit dem Sommer mit uns über den
neuen
Kapelleneingang zur Arche: weiträumiger, mit einer
schönen Eichentreppe, einem Aufzug … und einer schönen
Sakristei! Unserem Architekten, Herrn Kohler, allen Handwerkern und
Arbeitern sei hier nochmals ganz herzlich gedankt!
Gemeinsam unterwegssein im Hören. Jasagen zum
Leben, wie es kommt, auch wenn es uns oft durcheinanderbringt. Immer
wieder Vertrauen wagen, unsere fünf Brote und zwei kleine Fische
anbieten und Ihn sagen hören: „Das Wenige genügt“. Wo wir
auch sind, machen wir Tag für Tag die Erfahrung, dass Gott
für alles sorgt, durch Ihre Zeichen der Freundschaft, der
Unterstützung, der vielseitigen und grosszügigen Hilfen …
Dafür sind wir zutiefst dankbar. Bernard, Schw. Ursula, die jetzt
nach Berlin zurückgekehrt ist, allen VolontärInnen,
Marie-Hélène, die uns durchs Singen Schwung und Freude
vermittelt, Ihnen allen, die Sie uns Engel waren, sagen wir ein
herzliches Dankeschön!
Wir möchten auch noch an die erinnern, die uns
dieses Jahr verlassen haben: unsere ehemalige Nachbarin Béatrice
Dessoulavy, Marie Drouby, unsere orthodoxe Schwester und Freundin aus
dem Libanon, Marga Frey, Madeleine Bernath, Isabelle Reichard vom DOE …
In der Gemeinschaft mit Dem, der uns einlädt,
immer mehr Mensch zu werden, wünschen wir Ihnen ein Weihnachtsfest
voll Licht und Frieden!
Ihre Schwestern von Grandchamp
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