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Nouvelles 2007


Brief aus Grandchamp 2008

"Hört, dann werdet ihr leben"
















„Auf ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser!

Kauft Getreide ; ...

Kommt und trinkt: ohne Geld, ohne Bezahlung ...

Neigt euer Ohr mir zu, und kommt zu mir.

Hört, dann werdet ihr leben.“

nach Jes 55,1-3

Eine grosszügige Einladung, die die Güte Gottes preist und seine bedingungslose Liebe. Er kennt das geheimste Sehnen des menschlichen Herzens, unseren tiefsten Durst, er kennt unsere Sehnsucht nach Glück und nach einem Leben in Fülle.

„Hört, dann werdet ihr leben.“ Unser Leben hängt ab von einem Anderen, der sich uns in seinem Wort und in der Stille zeigen will. Er äussert sich auch in der Schönheit seiner Schöpfung, in Ereignissen und in Begegnungen. Dieser Ruf zieht sich durch die ganze Heilige Schrift vom „Schma Israel“, „Höre Israel“ bis zur Johannesapokalypse, wo Jesus anbietet, „bei dem einzutreten, der seine Stimme hört“. Und dazwischen die Offenbarung an die drei Jünger, die Jesus mit auf den Berg genommen hat: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe, auf Ihn sollt ihr hören.“ (Mt 17,5). Auf Ihn sollen wir hören, der gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt“. Er ist das Licht unserer Welt, die mit Ungerechtigkeiten, Gewalt und Konflikten geschlagen ist und in der die Finsternis anscheinend so oft siegt.

Auf Weihnachten hin sind wir von einem Gesang getragen: „Komm göttliches Licht, erleuchte die Erde, erfüll unsre Herzen, nimm Wohnung in uns.“ Dieses Licht hüllt uns ein und durchdringt uns, wenn wir das Wort Gottes meditieren und das Antlitz Christi betrachten. Auf ihn hören und ihn betrachten, das ist eins. Denn das ganze Leben Jesu ist ein Hören auf den Vater, ein Hören auf sein Wort. Seine Freude, sein ganzes Wollen, das, was ihn zutiefst nährt, ist für ihn, den Willen des Vaters zu tun. Von Ihm empfängt er sich in jedem Augenblick als Sohn des Vaters.

Müssen wir also in seiner Nachfolge nicht auch Tag für Tag aus seinem Wort neu geboren werden? Können wir nicht Kinder des Lichts werden, auf deren Offenbarwerdendie ganze Schöpfung wartet in ihren Seufzern und Geburtswehen (Röm 8,19)? Denn das ist es, was durch das Wort Gottes geschieht: Das Wort Gottes wird in ein Herz gesät, das ganz still ist und sich einer Gegenwart öffnet. Es ist ein Herz, das hört. Wie Maria gehört hat, die Mutter Jesu. Sie hat das Wort bedingungslos angenommen. Sie erlaubt dem Wort, Fleisch zu werden von ihrem Fleisch. Das Wort wird fruchtbar, und neues Leben keimt und wächst in ihrem Schoss: das Leben Christi, das sie der Welt schenken wird.

Gott verlangt von uns nichts Aussergewöhnliches: nur einfach da sein, ihm hinhalten, was wir sind, unsere Begabungen und unsere Zerbrechlichkeiten, unsere lichten und unsere dunklen Seiten. Und: zum Leiden bereit sein, das sich mitunter einstellt, unvermeidlich. Wagen wir es, unsere Armut anzunehmen, sie dem Hauch des Heiligen Geistes zu öffnen und uns Tag für Tag der schöpferischen Kraft des Wortes Gottes auszusetzen? An uns ist es dann, das Wort zu bewahren und in unserem Herzen zu bewegen – manchmal nur den Namen Jesu ständig zu wiederholen – und zuzulassen, dass es sein Werk vollendet und Frucht trägt. Es steigt hinab in die Tiefen unseres Seins, in unseren Körper, in die Verwundungen, die darauf warten, aufgesucht zu werden, um sich dem LEBEN zu öffnen. Wir haben nur die eine Aufgabe, uns ständig immer wieder aufs Licht hin auszurichten. Nach und nach wächst dann das Leben, das von einem Anderen auf uns zukommt, das Leben Christi, in uns.

Hören … ist eine Grundgegebenheit; und doch ist Hören so schwierig in unseren Lebenswelten, denn sie befinden sich in einem tiefgreifenden, immer schnelleren Wandel, mit Erschütterungen in allen Bereichen. Wir werden dabei vom Lärm erdrückt und mit Wörtern überflutet. Auch die Kirchen erleben schwierige Zeiten; sie müssen sich neuen Herausforderungen stellen und können diesem ständigen Druck nicht entgehen. Von daher ist es aber auch nicht verwunderlich, dass es heute immer mehr Orte des Hörens gibt und dass das Bedürfnis nach Orten der Einkehr immer tiefer wird, nach Orten „an denen das Schweigen der Menschen das schöpferische Wort Gottes herbeiruft. Das ist eine Frage von Leben und Tod“, wie Mère Geneviève schon 1938 schrieb.

Orte des Hörens, …

an denen das

Schweigen

der Menschen

das schöpferische

Wort Gottes

herbeiruft.“

Mère Geneviève


Denn das Wort Gottes bewirkt, was es sagt. Während des ganzen Lebens lässt es uns zu dem werden, was wir im tiefsten Inneren schon sind: gemeinschaftsfähige Wesen, die offen sind für die anderen, also Ebenbilder Christi. Das ist eben das Geschenk Gottes und seine ganze Freude. „Auf ihn sollt ihr hören“, sagt er uns, damit wir von Christus das Hören lernen, von ihm das Wort empfangen, das den anderen ruhig macht und ihm wieder Vertrauen gibt, oder ihn in die Stille führt, die ihn ganz gegenwärtig sein lässt. Wenn jemand eine Entdeckung oder ein Glück mitteilen oder einem anderen seine Zweifel, seine Suche oder das Leiden an der Einsamkeit anvertrauen will, kann das schlichte Zuhören einen Weg öffnen – diese Erfahrung haben wir gemacht. Das Zuhören kann aber auch oft, ohne dass es uns bewusst ist, eine innere Neugeburt vorbereiten und dazu helfen, das LEBEN frei zu setzen.

Hören bedeutet Gastfreundschaft anbieten

für den Anderen, für jeden anderen.

Schwester Pierrette

 


Hören – ein Thema, das uns zu den Anfängen der Kommunität zurückführt. Hat nicht alles begonnen im Hören, in der Stille der Retraiten, in der das Wort Gottes erklingen und sich ins Herz senken konnte, um Frucht zu bringen? Rosette Genton, die im Juni ins Licht Gottes eingetreten ist, sagte dazu oft:  Hören, sich im gebeteten WORT einwurzeln, um Wort zu „werden“, das ist das Wesentliche. Marthe Westphal erinnert an sie, die Mère Geneviève so nahe war und die am Anfang der Servantes de l’Unité stand:

„Ich möchte hervorheben, wie sehr Rosette am Hören war. Dieses Hören führte sie hinein in den Gehorsam eines ganz Gott geweihten Lebens ‚bis ER alles in allem sei‘ (1 Kor 15,28). Es war ein inneres Hören, das des hörenden Herzens. Dem Vorbild der Wüstenväter folgend, reicht dieses Hören tiefer als der erste Eindruck und schenkt der innersten, intimsten Wahrheit jedes Wesens, jedes Wortes Gehör. Dieses Hören formte sie zu der Servante de l‘Unité, die sie war. Dazu hat sie auch anderen Frauen verholfen. Einige bezeichnen sie als ihre ‚geistliche Mutter‘, andere eher als ‚Hebamme‘, die ihnen beistand und half, ihr eigenes Leben als Servante de l‘Unité zu gestalten. Wie auch immer, sie schenkte Gottes Wort, der Kirche, der Welt und allen, die zu ihr kamen, Gehör.

Sie hörte auf Gottes Wort in der Liebe und in der Erwartung des Wahrwerdens dieses Wortes. So hörte sie auf Christus in der Einsamkeit, im Innersten ihres Herzens, in der Wüste des Alltagslebens. Dabei traf sie immer wieder auf ihre ‚Freunde‘, die Wüstenväter und die Kirchenväter aus der Zeit der noch ungeteilten Kirche. Deshalb konnte sie der Welt mit ihrem Pulsschlag, ihren Erwartungen und ihrem Suchen wie auch ihrer Kultur so gut Gehör schenken. Als Soziologin analysierte sie, was vor sich ging, und wurde nie müde, sich dafür zu interessieren. So nahm sie am Alltag einer jeden von uns wirklich Anteil, damit dieser nichts anderes sei als ein in Gott gelebtes Leben.

Ein anderes Kennzeichen von Rosette war ihre Diskretion. Aber wie soll man über stille Zurückhaltung sprechen, wenn sie genau dies ist: Zurückhaltung? Nur jenes: Diese Diskretion war auch Unterscheidungsvermögen. Eines Tages brach sie mit einigen Frauen, die der Communauté de Grandchamp verbunden waren, auf und folgte wie eine Weggefährtin Abrahams einem Ruf. Daraus entstanden die Servantes de l‘Unité: Frauen, die sich zu einem kontemplativen Leben ausserhalb einer Kommunität, ganz in der Welt stehend, berufen wussten, im inständigen Gebet im Verborgenen‚ ‚auf dass sie alle eins seien‘, dem Willen Christi entsprechend. Mère Geneviève, die sie dabei unterstützte, trug sich schon lange mit der Frage nach einer mehr im Verborgenen gelebten Berufung für alleinstehende Frauen, seien sie unverheiratet oder Witwen. Als Regel diente ihnen ein Text von fr. Roger von Taizé, den wir jetzt ‚Basistext‘ nennen. Fr. Roger verfasste ihn ursprünglich für Männer, die in grösster Verborgenheit ein klösterliches Leben führen wollten.

Wir sind nun Erbinnen dieser Berufung. Verstreut in verschiedene Länder, versammelt in Christus und in der Einheit des Geistes versuchen wir, so wie wir können, das hörende Gebet und die Verborgenheit zu leben. Dabei unterstützt uns die ‚Wegbeschreibung‘, die Rosette uns hinterlassen hat:

‚S.U. zu werden ist der Versuch, sich auf den Plan Gottes einzulassen. Er hat die Welt in ihrer Schönheit, ihrer Komplexität und Mannigfaltigkeit geschaffen, um daraus durch seinen Sohn eine Symphonie des Friedens und der Gemeinschaft in der Verschiedenheit zu machen (Joh 1). S.U. zu sein bedeutet, teilzuhaben am siegreichen Kampf Jesu Christi, der lebte, starb und auferstand, damit der Wille Gottes geschehe. Es bedeutet, in der Gemeinschaft der Kirche von ihm Zeugnis zu geben. Aber die Kirche ist allzu oft mit inneren Auseinandersetzungen beschäftigt. Wie kann sie Sauerteig des Friedens sein, wenn sie selbst so wenig das lebt, was sie predigt, wenn der einzelne Christ im eigenen Innern so wenig versöhnt ist? Die S.U. ist dazu berufen, sich ihrer eigenen Schwäche und des eigenen Richtergeistes bewusst zu werden, um Barmherzigkeit zu empfangen und um in der Kirche und der Welt die Suche nach Einheit, die Christus durch den Heiligen Geist gibt, zu leben. Durch ihre Gelübde Gehorsam, Armut und Keuschheit stellt sie sich dort, wo sie ist, demütig zur Verfügung, um Zeichen dafür zu sein, dass alle Liebe ihre Quelle, Dauerhaftigkeit und Erfüllung in Gott hat (1 Kor 15,26-28).‘ “

 


Im Lauf der Tage...

Der Schwesternrat dieses Sommers hatte genau dies zum Thema: das Hören. In seiner Retraite übermittelte uns fr. François die Erfahrung seines ganz im Hören gelebten Lebens. Das ist auch das Zeugnis, das uns Rosette Genton hinterlassen hat. Sie war uns eine Freundin, mehr noch, eine Schwester. Voll Dankbarkeit erinnerten wir uns an ihr Leben der Hingabe, ihr diskretes Begleiten der Kommunität von Anfang an und an das, was sie uns durch ihre Unterweisungen, ihr Hören, ihre Unterstützung geschenkt hat. Der Schwesternrat ist für uns eine Zeit, um auf Gottes Ruf für die Kommunität heute zu hören. Voll Freude feierten wir die Profess von Sr. Lauranne und gedachten Sr. Jacobas, die vor 50 Jahren (!) den Ruf zu einem Leben in Israel erhielt. So wurde uns die Bedeutung der Fraternität neu bewusst: Offenheit für die jüdischen Wurzeln unseres Glaubens und für die zwei Völker, die das Heilige Land bewohnen. Drei Schwestern sind seit September wieder in Ste. Elisabeth: Sr. Maatje, Sr. Hiltje und Sr. Pascale. Letztere wird von Sr. Vreni abgelöst.

Gemeinsam hören … und aufeinander hören: Bei unseren kommunitären Zusammentreffen teilen wir Freuden und Sorgen aus unseren verschiedenen Lebensorten sowie aus den jeweiligen Lebenssituationen der Kirche: in Algier, wo Sr. Renée und Sr. Anne-Geneviève leben, steht die evangelische Kirche in grossen Schwierigkeiten und Spannungen. Die katholische Kirche hat einen neuen Erzbischof, Mgr. Khaleb Bader, ein Jordanier. Er ist Nachfolger von   Mgr. Teissier, der lange Zeit die Christen Algeriens begleitet, geführt und ihnen geholfen hat, „Kirche der Begegnung“ zu werden.

In Woudsend (NL) plant die Gemeinde, die schon seit Jahren Reformierte und Re- Reformierte verbindet, voll Mut eine Totalrestaurierung des Innenraums ihrer Kirche. Sr. Christianne schreibt: „Nun müssen wir uns täglich dafür einsetzen, dass im Dorf klar wird, dass die mit der Renovierung verbundene finanzielle Herausforderung auch Ausdruck eines Glaubenswagnisses ist, das Vertrauen in den anderen, ins Leben und in Gott erfordert.“

Auf dem Weg der Versöhnung

* Gebete der Versöhnung: Das Jugendtreffen von Taizé in Genf hat Schwung und Hoffnung in den Gemeinden geweckt, die Jugendliche aufgenommen haben, aber auch darüber hinaus. Auf den Aufruf von fr. Alois zum gemeinsamen Gebet von ChristInnen aller Konfessionen ist hier in Neuchâtel ein monatliches Gebet in der Basilika Notre- Dame entstanden: Es ist eine Dringlichkeit und zugleich ein Geschenk, gemeinsam Gott zu loben, im ganz einfachen Gebet, im stillen Hören und in der Erwartung, getragen durch das Gebet Christi: Dass alle eins seien

Diese Gebete führen die Begegnungen und Gottesdienste zur Gebetswoche für die Einheit der Christen weiter, in die wir dieses Jahr stark einbezogen waren. So hat Sr. Pierrette während der ökumenischen Feier in Neuchâtel gesprochen.

* Zeugen der Versöhnung: Dieses Jahr sind es einige, die ins Licht Gottes eingetreten sind:

– Lukas Vischer, der lange Jahre für den Weltkirchenrat (Glaube und Kirchenverfassung) gearbeitet und sich voll und ganz für die Umwelt „als Pionier für die Erhaltung des Planeten“ eingesetzt hat.

– Mgr. Emilianos Timiadis und Don Hernando, die neue Wege eröffnet haben, indem sie die Internationalen und Überkonfessionellen Treffen von Ordensfrauen ins Leben riefen. Das erste fand 1970 in Grandchamp statt.

– Dom Philibert, Altabt von Bec, voller Leidenschaft für die Einheit und Zeuge der langen Geschichte zwischen Bec Hellouin und Grandchamp.

* Begegnungen, an denen wir regelmässig teilnehmen und die uns wertvolle Orte des Austausches sind: Sr. Vreni war in Tubet (Kleine Schwestern Jesu) beimTreffen von Ephrem; seit 1967 tun sich Schwestern aus kontemplativen, nicht in Klausur lebenden Kommunitäten zusammen, um gemeinsam auf die an sie gestellten Herausforderungen zu hören. Sr. Anneke nahm in Erfurt an einem Treffen von Kaire teil: Ordensfrauen, Diakonissen und in der Kirche engagierte Frauen versammeln sich alle zwei Jahre in einem anderen europäischen Land, in einer anderen Kirche und Kommunität, um gemeinsam auf dem Weg zur Einheit voranzugehen.

Besondere Aufträge und Reisen in diesem Jahr:

– Retraiten gaben Sr. Pierrette im Rahmen der Ökumenischen Gebetsfraternität von Romainmôtier, Sr. Lucie-Martine in Lamastre (Ardèche) und Sr. Minke in Imshausen. Letztere hielt bei der Feier zum 20jährigen Bestehen der Communität El-Roi in Basel auch eine Ansprache über:Daskommunitäre Leben als Öffnung hin zur Ökumene“, ein Thema, das sie in ihrem Buch „Gemeinsames Leben: geschenkt und fruchtbar“ tiefgehender entfaltet. Wir erwarten noch das Erscheinen dieses Buches in französischer und holländischer Sprache.

– Beim Empfang der „Karawane der Frauen für den Frieden “in Neuchâtel sprach Sr. Veronika über: Das gemeinschaftliche Gebet, ein Weg des Friedens.

– Sr. Pascale war beim Treffen des „Département de Recherche Communautaire“ in der Abtei Hautecombe:Ökumene, Gabe und Aufgabe.

– Sr. Thérèse gab einen Beitrag zum Tag der Diakonischen Gemeinschaft in Dresden unter dem Thema: Stille und gemeinsames Leben“.

– Sr. Janny war bei den Trappistinnen in Berkel-Enschot (NL) und in Brüssel bei einem Treffen der Fraternität des Leidenden Gottesknechtes.

– Sr. Minke nahm an der „Reise des Friedens“ nach Israel/Palästina teil, die P. Shoufani organisiert hatte, zusammen mit Magda Lafon und einer kleinen Gruppe von Juden, Muslimen und Christen.

– Sr. Miriam und Sr. Mariane unternahmen am Ende ihrer Noviziatszeit zusammen mit Sr. Pierrette und Sr. Regina eine Reise in die Cevennen.

 … Und die Besuche bei uns

Der der Brüder von Taizé bei uns gleich nach dem Treffen in Genf wird in unseren Herzen bleiben. Unvergesslich sind das gemeinsame Mittagsgebet, das festliche Essen und der geschwisterliche Austausch. Besuch bekamen wir auch von drei Brüdern aus dem Irak, Wissam, Yassir und Rahid. Sie erzählten uns von ihrer Suche nach einem klösterlichen Leben in diesem so zerissenen Land. Ein anderer Iraker, Bruder Rami OP, folgte ihnen. Sr. Marie-Louise und Sr. Marthe, Diakonissen in Rubengera (Ruanda), kamen mit Sr. Sistina (Missionsdominikanerin aus Peru) aus Bossey zu uns, um von ihren Erfahrungen und Erlebnissen am Ökumenischen Institut zu berichten. Kurz darauf konnten wir ihre verantwortliche Schwester, Sr. Anke begrüssen. Verschiedene Kleine Schwestern Jesu (Maria-Lydia, Danièle-Noèle, Sisirani, Bushra, Maria-Béatrix, Anna Serena) und Sr. Suzanne (Schwestern von Notre-Dame von Montreal) weilten bei uns und schenkten uns gelebte Gemeinschaft im Alltag. Zwei „Blitzbesuche“ erfreuten uns sehr: Pfr. Simon Kossi Dossou, Präsident der Methodistischen Kirche in Benin, begleitet von Pfr. Célestin Kiki, der gerade zum Generalsekretär der CEVAA gewählt worden war, und Pfrn. Chantal Gohungo sowie Pfr. Lala Rasendrahasina, Präsident der Reformierten Kirche Madagaskars. Auch P. Franz Jalics SJ, Wegbereiter der „Kontemplativen Exerzitien“, die Karin Seethaler und Sr. Michèle in Grandchamp und auf dem Sonnenhof gehalten haben, war bei uns.

Der Gästeempfang lädt uns immer wieder dazu ein, unser Zelt und unseren Horizont zu erweitern. Jedes Jahr staunen wir über die vielen neuen Gesichter und die unterschiedlichen Gruppen, die alle mit dem selben Durst nach dem Wesentlichen suchen. So kamen zum Beispiel: die Professoren der Graduate School des Ökumenischen Institutes in Bossey; die Bruderschaft des guten Samariters für ihre Retraite zum Thema: „Liebe und Verzeihen“; Theologiestudierende der Adventisten; die Foyers d‘Unité aus Morges; Mitglieder der Bruderschaft der Veilleurs; eine Gruppe von PfarrerInnen aus Norddeutschland mit ihrer Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter und Dr. Jörn Halbe, die nach ihren Retraiten in Ratzeburg Grandchamp kennenlernen wollten; zukünftige waadtländische DiakonInnen und PfarrerInnen zur Vorbreitung auf ihre Einsegnung; die gemischte Arbeitsgruppe der Röm.-Kath. Kirche und des ÖRK mit Dr. John Gibaut, dem neuen Präsidenten von Glaube und Kirchenverfassung.

 Auf dem Sonnenhof gab es einen grossen Abschied: Prof. Erich Bochinger hielt in diesem Sommer seine letzte Retraite. Ein fruchtbarer Dienst, dem er in grosser Treue nachgekommen ist, ging somit zu Ende. Schwestern und Gäste sind ihm zutiefst dankbar.

In unserer geistlichen Familie waren die Glieder des Dritt-Ordens der Einheit dieses Jahr mit dem Thema: „Solange die Erde besteht …“ (Gen 8,22) unterwegs. Wir freuten uns in Grandchamp über die Engagements von Françoise Delitroz, die einen Teil ihres Praktikums als Diakonin bei uns absolviert, und von Françoise Mouron, sowie das von Karin Schick auf dem Sonnenhof.

Bei den Servantes de l‘Unité gab es zwei Engagements; ihre Tagung zum Thema: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an …“ war natürlich geprägt vom Heimgang von Rosette.

Viele freuen sich seit dem Sommer mit uns über den neuen Kapelleneingang zur Arche: weiträumiger, mit einer schönen Eichentreppe, einem Aufzug … und einer schönen Sakristei! Unserem Architekten, Herrn Kohler, allen Handwerkern und Arbeitern sei hier nochmals ganz herzlich gedankt!

Gemeinsam unterwegssein im Hören. Jasagen zum Leben, wie es kommt, auch wenn es uns oft durcheinanderbringt. Immer wieder Vertrauen wagen, unsere fünf Brote und zwei kleine Fische anbieten und Ihn sagen hören: „Das Wenige genügt“. Wo wir auch sind, machen wir Tag für Tag die Erfahrung, dass Gott für alles sorgt, durch Ihre Zeichen der Freundschaft, der Unterstützung, der vielseitigen und grosszügigen Hilfen … Dafür sind wir zutiefst dankbar. Bernard, Schw. Ursula, die jetzt nach Berlin zurückgekehrt ist, allen VolontärInnen, Marie-Hélène, die uns durchs Singen Schwung und Freude vermittelt, Ihnen allen, die Sie uns Engel waren, sagen wir ein herzliches Dankeschön!

Wir möchten auch noch an die erinnern, die uns dieses Jahr verlassen haben: unsere ehemalige Nachbarin Béatrice Dessoulavy, Marie Drouby, unsere orthodoxe Schwester und Freundin aus dem Libanon, Marga Frey, Madeleine Bernath, Isabelle Reichard vom DOE …

In der Gemeinschaft mit Dem, der uns einlädt, immer mehr Mensch zu werden, wünschen wir Ihnen ein Weihnachtsfest voll Licht und Frieden!

 Ihre Schwestern von Grandchamp

 



 

Communauté de Grandchamp
Grandchamp 4

2015 Areuse

Suisse

 

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(pour la France: Dijon 6 225 36 H)