„Wirf dein
Weizenkorn in die Erde … warte und hoffe …“
Sr. Marguerite nahm dieses
Wort an im Vertrauen auf Den, der sie berufen hatte, und widmete ihr
ganzes
Leben diesem Abenteuer des Glaubens, unserer Kommunität. Vor
nunmehr 75 Jahren
kam sie in Grandchamp an, und vor 50 Jahren ging Mère
Geneviève ins Licht
Gottes ein. Wir haben in diesem Jahr dieser Ereignisse gedacht. Dabei
wollten
wir nicht in einer nostalgischen Erinnerung hängenbleiben, sondern
uns die „Wunder“
Gottes vergegenwärtigen, wozu uns ja die Heilige Schrift
einlädt. Wenn wir uns
auf diese Weise erinnern, können wir besser sehen, wie Seine
Gegenwart noch
heute am Wirken ist, und uns ansprechen und weiterführen lassen.
Gott hört
nicht auf, Neues zu schaffen! So können wir auch voll Vertrauen
annehmen, was
kommt.
Uns an die bescheidenen
Anfänge
zu erinnern, an Gottes Eingreifen in die Geschichte und in
persönliche Lebensgeschichten,
erfüllt uns mit Dankbarkeit. Wir wollten also das Werk Gottes
feiern, uns mit
anderen freuen, besonders mit Familienangehörigen von Sr.
Marguerite und Mère Geneviève,
und mit ihnen danken:
* für das Weizenkorn,
das gestern in die Erde gelegt wurde
durch die Retraiten, die seit 1931 stattfanden; für den Glauben
voller Mut und Vertrauen unserer ersten
Schwestern;
für alles, was aus der Begegnung und Freundschaft zwischen
Mère Geneviève und Sr.
Marguerite gewachsen ist, und für ihre Offenheit und Bereitschaft
für das, was
Gott vollbringen wollte.
* für die
Kommunität heute, für das Geschenk des
gemeinsamen Gebets, des Zusammenlebens unterschiedlicher Generationen,
bei
aller Vielfalt unserer Herkunft, Sprachen, Kulturen und konfessionellen
Prägungen
… eine Gabe, und zugleich eine Herausforderung, ein Ruf: die Einheit in
der
Verschiedenheit zu leben als Gleichnis der Gemeinschaft. Heute wie
gestern ist
es unsere Aufgabe, mehr auf Gott zu sehen als auf uns selbst, auf
unsere
Zerbrechlichkeit und auf unsere Grenzen. Wir sind nur wenig, gering,
klein,
aber das Wenige genügt: „Wirf dein
Weizenkorn“ ... Wenn wir es Christus und dem Heiligen Geist
überlassen, dann
können wir mit vielen anderen teilen, was wir von Gott empfangen.
* für morgen, für die Zukunft,
die Gott schon für uns vorbereitet. Wir wissen nicht, wie sie
aussehen wird,
aber wir wissen, dass Christus uns vorausgeht und mit uns unterwegs ist.
Als Thema für den
Schwesternrat diente uns ein Gebet, das von Psalm 143 inspiriert ist: „Dein Geist der Güte führe uns zur einen,
versöhnten Erde.“ Es begleitet uns nun auch durch das Jahr
hindurch. Dieses
Gebet ruft den Geist Gottes an, der „überall gegenwärtig ist
und alles erfüllt“,
der in uns und um uns herum alles neu macht. Er drängt sich nicht
auf. Er nimmt
sich zurück, um uns frei zu lassen. Er will das Angesicht der Erde
erneuern
durch die Herzen, die sich seinem Kommen öffnen, die für
seine Gegenwart wach
sind und sich verwandeln lassen.
Dein Geist
… Unter den Bildern für den
Heiligen Geist spricht das Bild vom Hauch von Leichtigkeit und Frische
– die
leichte Brise, die das Gesicht streichelt - sanft, zärtlich, eine
verborgene
Wirklichkeit … wie „das sanfte leichte Säuseln“, in dem Elia die
Gegenwart
Gottes vernimmt.
… der Güte
… Gott ist unendliche Güte. Er will nur das Gute,
die Fülle
des Lebens für jedes seiner Geschöpfe. Er weiss um das
Böse und seine
verheerenden Taten, aber sein Blick geht weiter. Er nimmt eine
Güte wahr, „die tiefer
ist als das tiefste Böse“ (Paul Ricoeur). Beim Menschen ist die
Güte des
Herzens der Widerschein der Güte Gottes. Eine unschätzbare
Gabe, eine Frucht
des Geistes! Stellen wir uns nur kurz vor, wie ein Blick voller
Güte auf uns
wirkt! Ein solcher Blick trifft jede und jeden in seiner tiefsten
Sehnsucht:
geliebt zu werden.
… führe
uns … Von diesem Geist der Güte getragen können wir
weitergehen und uns im Alltag führen lassen. Wir können uns
Ihm ganz überlassen,
wie Jesus. So lernen wir Tag für Tag, die Zügel zu lockern
und zu akzeptieren,
dass wir die Kontrolle über unser Leben und über die
Ereignisse ein wenig verlieren
- eine Kontrolle, die uns in unserer oft tiefen Verunsicherung
beruhigt, uns aber
auch einengt. Der Geist Gottes will uns ins Weite führen. Wird
unser Leben
dadurch wie eine Reise in einem Ballon? Im Bericht über seine
Atlantiküberquerung
beschreibt Bertrand Piccard ein solches Abenteuer. Die Reise ins
Ungewisse,
ohne die gewohnten Anhaltspunkte, nötigt den Reisenden,
loszulassen und
zugleich ganz wach zu bleiben für den Wind, der in die richtige
Richtung führt.
Mit anderen Luftströmungen käme man vielleicht schneller
vorwärts, aber man
riskiert, auf Abwege zu geraten, fern vom vorgesehenen Ziel.
… zur einen,
versöhnten Erde. Das Bild meint zugleich das Eins werden
unserer inneren Erde und die Einheit unter uns. Es weitet unseren Blick
für die
Versöhnung der ganzen Menschheitsfamilie, ja alles Geschaffenen,
bis hin zum
versöhnten Universum, das die Propheten angekündigt haben.
Christus hat sein Leben
hingegeben, um alles zu versöhnen. Alles ist vollbracht, und doch
braucht er
unsere Mitwirkung: Er ruft uns, die Gabe Gottes anzunehmen, dem Geist
der Güte
zu erlauben, in uns lebendig zu werden, und unsere Herzen weit zu
machen.
„Dein Geist
der Güte führe uns zur einen, versöhnten
Erde.“
Lassen wir die Worte dieses
Gebets in uns klingen. Lassen wir sie in uns wohnen und uns von ihnen
inspirieren. Der Geist der Güte, der die Anfänge der
Kommunität getragen hat,
gebe uns auch weiterhin das Vertrauen und den Mut des Glaubens. Er
erneuere uns
in der Hingabe unseres Lebens in der Nachfolge Christi.
Sr.
Pierrette
… Samenkorn
der Dankbarkeit
GEDENKTAG 28. AUGUST
Welch
schöner, lichterfüllter Tag, dieser 28. August! Zusammen mit
den Familien von
Sr. Marguerite und Mère Geneviève und einigen Personen,
die der Kommunität
nahestehen, konnten wir uns erinnern und uns freuen über das, was
diese beiden
Frauen, zwei so markante Persönlichkeiten, den einen oder anderen
mit ihren
Begabungen und ihrer Ausstrahlung bedeutet haben. Es war schön,
zusammen zu
sein, uns näher kennenzulernen und miteinander ins Gespräch
zu kommen. Laure-Anne,
eine Urgrossnichte von Sr. Marguerite und von Mère
Geneviève, gibt uns ein
kleines Echo von diesem Fest:
Am Morgen dieses Festtags
ist der Himmel fast königsblau und die Luft
klar und angenehm frisch. Die Schwestern empfangen uns alle in Weiss
mit dem
strahlenden Lächeln, das wir von ihnen kennen. Es ist ein ganz
besonderer Tag,
weil sie der Entstehung der Kommunität gedenken. Auch für
mich ist es ein denkwürdiger
Tag. Denn zu Ehren zweier meiner Urgrosstanten versammeln sich fast 100
Personen (ihre Nachkommen und weitere Bekannte) zusätzlich zu den
Schwestern
der Kommunität. Es ist ein Tag, an dem wir uns gemeinsam über
das Samenkorn
freuen, das Sr. Marguerite vor 75 Jahren ausgesät hat und das von
Mère Geneviève
und allen Schwestern seither bewässert und zu Garben
gebündelt worden ist. Es
ist mir eine grosse Freude, an
diesem Ort mit seiner grossen spirituellen Schönheit nähere
und entferntere
Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen zu treffen. Der Tag beginnt mit der
Eucharistiefeier in der Arche. Die Sonnenstrahlen tanzen durch die
farbigen
Fenster. Nach der Lesung des Evangeliums hält fr. François
eine Predigt, die
dem Anlass voll gerecht wird. Er erinnert uns daran, dass es ganz
„normal“ ist
zu tun, wozu Gott uns berufen hat und wozu wir jeweils in unserem Leben
„ja“
gesagt haben. Das ist gar nichts Aussergewöhnliches. So muss man
seinen
Ehepartner nicht dafür loben, dass er Tag für Tag da ist ...
Fr. François
bringt die Versammlung sogar zum Lachen! Dies erinnert mich sehr an
meine Tante
Marguerite, wie wir sie daheim nannten. Ich erinnere mich an ihre
lebhaften
Augen und ihren Humor, wenn wir sie in ihrer kleinen Wohnung in
Taizé
besuchten. Von frühester Kindheit an kam ich regelmässig mit
meiner Familie
nach Taizé (fr. Roger war der Onkel meines Vaters, wir standen
uns sehr nahe).
Jedes Mal schauten wir auch bei unserer Tante Marguerite vorbei. Sie
hat gerne
mit uns Kindern gelacht. Und wir waren beeindruckt von der Einfachheit
und der
Freude, die das kleine Haus ausstrahlte.
Nach einem gastlichen Mahl
mit den Schwestern erwartet uns in der
Arche eine Überraschung: Die Kapelle ist zur Bühne
umgestaltet. Die Schwestern
führen ihr Theaterstück auf mit dem Titel: „Erinnere dich an
deine Zukunft“. Darin
wird mit Poesie und Humor, mit Tanz und Musik die Vision von Sr.
Marguerite
dargestellt, ihre Berufung und ihre Bitte an Geneviève
Micheli,
die
Regie zu übernehmen. Es ist wunderbar
zu sehen, wie die Schwestern ihr schauspielerisches Talent entfalten.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begegnen sich. Und die weisse
Margerite
wird vielfarbig, so wie im Weiss der Reichtum vieler Farben enthalten
ist. Ist
Weiss nicht die Farbe, die sich ergibt, wenn man das Licht aller Farben
mischt?
Ein Licht, das das Herz von jeder und jedem erfüllt, der das
Glück hat, nach Grandchamp zu kommen,
das Herz
aller, die sich wie ich mit Grandchamp geistlich verbunden fühlen.
Im Namen der beiden
Familien herzlichen Dank für diesen schönen Tag!
Laure-Anne Dayer
* * *
…
Samenkorn der Hoffnung
Wieder
einmal hat Julia, unsere Freundin aus Guatemala, uns im Sommer für
einige
Wochen besucht - ein grosses Geschenk für uns. Wir konnten
intensive und
festliche Momente mit ihr erleben (unter anderem das Fest vom 28.
August).
Diese lange Freundschaft bedeutet uns viel. Seit Jahren teilen wir in
tiefer
Verbundenheit viel Freud und Leid miteinander, und wir tragen gemeinsam
die Prüfungen
und Hoffnungen ihres Volkes:
ZEICHEN DER HOFFNUNG ... IM
LAND DER DUNKELHEIT
Guatemala – ein Land der
Dunkelheit? Seit über 60
Jahren musste und muss das Land Wellen von Gewalt ertragen: 36 Jahre
Krieg
zwischen der Guerilla und der Armee, Völkermord an den Maya,
Folter, Entführungen,
entwürdigende und unmenschliche Behandlung, die von Staat und
Oligarchie
legalisiert wurden … Die Folgen dieser zum System gewordenen Gewalt
sind
wachsende Armut, Rückschritte im Bildungswesen, ein Erstarken der
wirtschaftlichen und sozialen Unrechtsstrukturen, die
Institutionalisierung der
Straflosigkeit und viel Unsicherheit und Leiden.
Waren den Zeitgenossen Jesu
und Jesus selbst
solche Unrechtsstrukturen nicht auch bekannt? Auch zu seiner Zeit gab
es Männer
und Frauen, die unter Unterdrückung und Armut litten; deren
Nähe hat Jesus
besonders gesucht … Deshalb empfinde ich Hoffnung und Dankbarkeit. Ich
bin
zutiefst überzeugt, dass Gott sich, in Jesus, auch heute in den
Armen
inkarniert, in denen, die nackt und hungrig sind, in denen, die durstig
sind …
Ich habe Hoffnung, weil sein Wort Wahrheit ist: „Dann werden ihm die
Gerechten
antworten: ’Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen
gegeben,
oder durstig und haben dir
zu trinken
gegeben
...?‘
Darauf wird der König
ihnen antworten: ’Amen, ich
sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan
habt, das habt ihr
mir getan.‘“ (Mt 25,37–40)
Über ganz Guatemala
verstreut haben Arme ihre
Hoffnung in den Gott des Lebens, den Gott Jesu gesetzt. Ihr Glaube und
ihr
Widerstand sind für mich ein starkes Zeichen der Hoffnung; es sind
Samenkörner
des Friedens. Dies gilt auch für das Engagement von
Nichtglaubenden, die
Schmerz, Erniedrigung, Hunger und den Kampf der Ärmsten am eigenen
Leib erlebt
haben. Ihr Engagement zeugt von tiefer Menschlichkeit. Und aus Liebe
zum Leben
arbeiten und kämpfen viele Frauen für Gerechtigkeit - loyal,
ehrlich und mit
grossem Glauben.
Es gibt auch zahlreiche
Gruppen und kleine
Gemeinschaften (kirchliche Gemeinschaften sowie Kooperativen von Webern
und
Handwerkern …), die nicht nur für das Recht der Frauen
kämpfen, sondern auch für
das höchste Rechtsgut, das menschliche Leben, die Ehrfurcht vor
der Erde und
vor der ganzen Schöpfung. Sie alle sind lebendige Zeugen für
die einzige Macht
Gottes, nämlich die Macht der Liebe. So sind sie unbesiegbar. Das
ist das grösste
Zeichen von Leben und Hoffnung.
Der, der den Tod besiegt hat
und auf-erstanden
ist, ist derselbe wie Der, der gekreuzigt, verraten, beschimpft und
verlassen
wurde. Dabei war Gott selbst in ihm und hat diese Erfahrung durch-lebt.
Gerettet werden heisst nicht: vom Leiden befreit werden. Es heisst, das
Leiden
zu erleben im Wissen, dass Er es in meinem tiefsten Sein miterlebt und
dass in
mir schon die Kraft der Auferstehung am Werk ist.
Ich
habe keine Angst mehr vor dem Tod,
denn
ich kenne sehr wohl
seinen
dunklen, kalten Flur,
der
zum Leben führt.
Aber
ich habe Angst vor dem Leben,
das
nicht aus dem Tod kommt,
das
unsere Hände starr macht
und
unseren Gang hemmt.
Ich
habe Angst vor meiner Angst …
Ich
lebe jeden Tag, um den Tod zu töten,
ich
sterbe jeden Tag, um das Leben zu gebären,
und
in diesem Tod des Todes
sterbe
ich tausendmal
und
erstehe genauso oft auf,
denn
die Liebe ist es,
die die Hoffnung meines Volkes nährt!
(aus „Vater unser aus
Guatemala“)
Julia
* * *
EINBLICKE UND AUGENBLICKE IM
ALTENHEIM ’LA
LORRAINE‘
Sr. Ruth kam als erste
dorthin, zögernd und dann
doch auch vertrauend gegenüber diesem jetzt anstehenden Schritt.
Wenig später
dann auch Sr. Eva Maria, die mit ihren leuchtenden Augen, einem
Ausdruck ihrer
Warmherzigkeit, dem gleichen blauen Kleid eine wohl andere Form gab.
Ein
Da-sein der Beiden in aller Verschiedenheit. Und schliesslich stiess
auch Sr.
Albertine dazu, sich in diese Fraternität einreihend, in der man
Freude und
Leid miteinander teilt. Da erwacht die Erinnerung an damals, als kleine
Schwesterngruppen aufbrachen, hinaus in die Welt, um - im
Arbeiter-milieu oder
gar auf einem anderen Kontinent - dem Mitmenschen besonders nahe zu
sein: ein
menschliches Miteinander, das uns aufgetragen ist und die Nöte
nicht
ausklammert.
Es geht um ein Licht, das uns
das Entdecken
schenkt, uns unvergleichliche Schönheiten vor Augen führt bis
hin zum Geblendet
sein und schliesslich verschwindet und unumgängliche Verluste nach
sich zieht.
Erdulden, was man nicht mehr selbst bestimmen kann, einwilligen oder
loslassen
als Ausdruck einer letzten Freiheit, ein an sich Geschehen lassen und
einem
anderen die Oberhand übergeben. Schwächen oder Behinderungen
führen mein Leben
auf unbekannte Wege, Angst und Besorgnis machen sich breit, und auch
jene
Stimme wird hörbar, die unter diesen auferlegten Umständen
etwas feige flüstert:
„So kann es nicht mehr weiter gehen.“
Zu früh noch, um vom
Unverhofften zu reden als
von jenem Ort, wo Erde und Himmel sich berühren und der Horizont
die Spuren der
Last des Alltages trägt. Eben in dieser Engstelle beginnt das
Lernen, unser
Menschsein mit seiner Gebrechlichkeit und seiner dazugehörenden
Abhängigkeit
anzunehmen und nicht aufzugeben.
Ist das Kommen und
Hineinwachsen der „Blumen von
Grandchamp“ in die sauberen und geordneten Räume eines
Altenheimes, und dann
auch das sich Hineingeben in die alltäglichen Verrichtungen nicht
vergleichbar
mit dem Aufspringen des harten Kernes einer weichen und feinen Frucht?
Richtunggebend, auch in diesen Umständen, dass wir gemeinsam
unterwegs sind in
einer „Arche Noah“, in der der Regenbogen als Zeichen am Horizont
unseres
Lebens erkennbar wird? Licht, verborgene Farben, die zum Vorschein
kommen und
unser Sein, ohne dass wir es bemerken, zum Leuchten bringen, fast ohne
unser
Zutun. Doch noch nicht ganz, denn unsere Freiheit, die kaum zu erkennen
ist,
hat sich in Demut gekleidet und drückt sich in einem Einwilligen
aus, das uns
immer neu abverlangt wird, das uns Wege mit neuen Tiefen erkennen und
gehen lässt.
Schwestern, Freundinnen seid
ihr ge-worden, in
dieser weiten Gemeinschaft in Christus - ER, der Licht ist in einer
verwirrenden Dunkelheit -, Zuwendung, die dem Herzen Weite gibt.
Ein ganz banaler Alltag, und
doch verwandelt
durch jene liebevolle Geste, jenen aufmerksamen Blick oder eben jene
Stille,
die auf IHN wartet.
Und Sonntag für Sonntag
diese besondere Stunde,
wenn Mitschwestern mit ihren in der Zwischenzeit wohlvertrauten blauen
Kleidern
im Heim ’La Lorraine‘ sichtbar werden, in aller Schlichtheit Abendmahl
feiern,
Zeichen der gelebten und geteilten Gemeinschaft.
Danke.
Christian
* * *
…
Samenkorn, das in die Erde gelegt wurde
„DANKE“ … das ist es, was auch
wir zutiefst
empfinden, wenn wir daran denken, wie unsere Schwestern im Haus ’La
Lorraine‘
aufgenommen wurden. Wir sind sehr berührt über die
Aufmerksamkeit, das Taktgefühl
und die gute Betreuung des ganzen Pflege-teams und von Christian, dem
Seelsorger. Durch die regelmässigen Besuche sind freundschaftliche
Beziehungen
entstanden, die noch intensiver
wurden,
seit
Sr. Eva Maria am
7. Juni und Sr. Ruth am 4. August
gestorben sind.
Unser Dank gilt auch Ihnen
allen, die Sie uns
nach dem Tod unserer beiden Schwestern Ihre Freundschaft und
Verbundenheit
gezeigt haben.
* * *
In der Retraite während
des Schwesternrats hat
uns fr. François zur Dankbarkeit angehalten: „Nur wenn wir
dankbar sind,
entdecken wir die Trag-weite, ja die Kraft, die Nährkraft von
allem, was Gott
uns gegeben hat.“
Dankbarkeit gibt allem, was
wir Tag für Tag
empfangen, sein Gewicht. Wir sind dankbar für Ihre Freundschaft,
Ihr Gebet und
Ihre Unterstützung. Dankbarkeit verleiht unseren Begegnungen und
unserem
Austausch mit Ihnen ihren Charme … So sagen wir Ihnen ganz einfach:
Danke!
Ein besonderer Dank geht an
unsere Nachbarinnen …
und Nachbarn sowie an Sr. Françoise für alle Mühe und
alle Talente, die sie
eingesetzt haben, um die Fotoausstellung über die 250-jährige
Geschichte des
Weilers Grandchamp auf die Beine zu stellen. Sie hat zahlreiche
Besucher
erfreut, darunter viele ehemalige Schülerinnen und Schüler
der Sekundarschule,
die früher in einigen Häusern unserer Kommunität
untergebracht waren!
* * *
Warte
und
hoffe
…
So lautet das Leitmotiv des
neuen Advents. Gerade
in dieser Zeit vertiefen sich unsere Sehnsucht und unser Warten auf
Den, der
kommt. Er ist es, der mitten in unseren Dunkelheiten einen Weg des
Lichts und
des Friedens eröffnet.
Ihnen allen wünschen wir
gesegnete Festtage und
ein neues Jahr, das von Seinem Geist der Güte getragen werde.
Die Schwestern von Grandchamp